Angriff auf KamerateamLinke Gruppen demonstrieren in Leipzig gegeneinander - Polizei im Großeinsatz

Pro-Israel gegen Pro-Palästina: In Leipzig-Connewitz kommt es zu Protesten innerhalb der linken Szene. Die Polizei rechnet mit einem langen Einsatz und ist mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern präsent. Bislang kann sie größere Zwischenfälle aber vermeiden.
Links gegen Links: Mehrere Hundert Teilnehmer einer propalästinensischen Demonstration haben sich in Leipzig versammelt, um gegen proisraelische Haltungen in der linken Szene zu protestieren. Im Stadtteil Connewitz sind nach Angaben der Stadt mehrere Versammlungen verschiedener Lager der linken Szene angemeldet. Die Polizei rechnet mit einem langen Einsatz und ist mit einem Großaufgebot präsent. Sie trenne die unterschiedlichen Lager räumlich, unter anderem mit Gittern. Größere Zwischenfälle wurden bislang nicht gemeldet.
Der MDR berichtete hingegen, dass eines seiner Kamerateams auf der propalästinensischen Demo angegriffen wurde. Nach Angaben eines Reporters wurde das Team zunächst von zwei Personen verfolgt, die versucht hätten, immer wieder ein Plakat in die Kamera zu halten. In der Folge habe sich der Sicherheitsdienst eingeschaltet und es sei zu einem Handgemenge gekommen. Ein Securitymann habe daraufhin einen Ellenbogen ins Gesicht bekommen, hieß es.
Zur Versammlung am Connewitzer Kreuz hatte die antiisraelische Gruppierung Handala aufgerufen, unter dem Motto "Antifa means: Free Palestine". Der Verfassungsschutz stuft Handala als extremistisch ein. Die Demonstration richtet sich demnach gegen eine bisher in Connewitz stark verankerte, überwiegend proisraelische linke Szene. Dagegen wenden sich unter anderem autonome Linksextremisten.
Neben Polizisten aus Sachsen sind auch Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern im Einsatz, darunter Thüringen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Demonstrierende riefen unter anderem "Viva Viva Palestina" und "Free Palestine", wie eine Reporterin vor Ort berichtete.