Politik

"Einflussnahme aus China" Lesung aus Xi-Jinping-Biografie abgesagt

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Geiges und Aust haben eine Biografie über Xi Jinping vorgelegt.

(Foto: REUTERS)

Die Autoren einer Biografie über Chinas Präsidenten Xi wollen ihr Buch auf einer Online-Veranstaltung vorstellen, in Kooperation zweier Konfuzius-Institute und deutscher Unis. Doch die Lesung wird abgesagt. Einer der Autoren spricht von Einflussnahme aus China.

Die Absage einer geplanten Lesung aus einer in Deutschland veröffentlichten Biografie über den chinesischen Staatschef Xi Jinping sorgt für Kritik. Adrian Geiges, einer der Autoren des Buches, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er sicher sei, dass die Lesung wegen der Einflussnahme aus China abgesagt worden sei. Die Online-Veranstaltung war für Mittwoch parallel am Leibniz-Konfuzius-Institut Hannover und am Konfuzius-Institut an der Universität Duisburg-Essen geplant, wie eine Sprecherin des Piper Verlags sagte.

Einer der drei Direktoren des Konfuzius-Instituts an der Uni Duisburg-Essen, Markus Taube, zeigte sich auf dpa-Anfrage "überrascht und erschrocken" über die Absage. "Unsere Kooperations-Uni in Wuhan hat uns freundlich dargelegt, dass sie es nicht gut fänden, wenn wir die Veranstaltung durchführen. Wir können das in der Form nicht nachvollziehen", sagte Taube. "Das ist das erste Mal, dass wir das am Konfuzius-Institut erleben."

Das Konfuzius-Institut in Hannover war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Verlag Piper, bei dem das Buch erscheint, machte in einer Mitteilung "chinesischen Druck" für die kurzfristige Absage verantwortlich. "In Hannover intervenierte die Tongji-Universität Shanghai, die das Institut gemeinsam mit der Leibniz-Universität betreibt. In Duisburg schaltete sich der Generalkonsul Chinas in Düsseldorf, Feng Haiyang, persönlich ein, um die Veranstaltung zu verhindern", hieß es weiter.

Kritik von Leibniz-Uni Hannover

Geiges zufolge haben beide Konfuzius-Institute ihm gegenüber von Einflussnahme aus China gesprochen. Zahlreiche Parteien und Politiker aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kritisierten das Vorgehen deutlich, darunter Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler von der CDU.

Autor des Buches "Xi Jinping - der mächtigste Mann der Welt" ist auch der "Welt"-Herausgeber Stefan Aust. Die Biografie erschien nach Verlagsangaben am 1. Juli dieses Jahres. Konfuzius-Institute sind nach Angaben des Konfuzius-Instituts in Hannover offizielle Kultur- und Bildungsinstitutionen, die von einer Unterabteilung des chinesischen Bildungsministeriums gefördert werden. Weltweit gibt es demnach rund 550 Institute, knapp 20 sind in Deutschland ansässig. Kritiker der Institute sehen eine Einflussnahme des chinesischen Staates und der Kommunistischen Partei Chinas auf die Einrichtungen.

Vonseiten der Leibniz-Universität in Hannover hieß es zu Wochenbeginn, dass die Absage für die Hochschulleitung "nicht akzeptabel, befremdlich und unverständlich" sei. Die Hochschulleitung werde zeitnah das Gespräch mit dem Direktorium des Kooperationspartners suchen und eine mögliche weitere Zusammenarbeit überprüfen. Die Universität lud die beiden Autoren sowie den Verlag ein, die Lesung an der Uni abzuhalten. Die Einladung bestehe grundsätzlich weiter, hieß es auch aus NRW.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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