Politik

Kein Ende der Proteste "Letzte Generation" kündigt neue Störaktionen an

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Auch in Hamburg kam es zuletzt zu Straßenblockaden durch die "Letzte Generation".

(Foto: dpa)

Trotz des Gegenwinds aus Gesellschaft und Politik will die Protestgruppe "Letzte Generation" ab kommender Woche ihre Blockaden und Störaktionen fortsetzen - etwa in Berlin und München. Man werde sich nicht einschüchtern lassen, so die Aktivisten, sondern den Protest im Gegenteil noch intensivieren.

Die umstrittene Protestgruppe "Letzte Generation" hat für kommende Woche weitere Störaktionen in deutschen Großstädten angekündigt. In München werde am Montagmorgen ab 8 Uhr eine Straße am zentralen Karlsplatz blockiert, kündigten die Klima-Aktivisten in einer Pressekonferenz an. Auch in Berlin seien neue Aktionen geplant. Man ziele auf die "Adern der Gesellschaft", etwa Verkehrsverbindungen - und "dort wird es weiter an allen Ecken und Enden Unterbrechungen geben", sagte einer der Mitgründer der Gruppe, Henning Jeschke. Die Aktivisten riefen dazu auf, sich dem Protest anzuschließen.

Drohende Gefängnisstrafen hielten sie nicht davon ab, weitere Aktionen durchzuführen, erklärte die Aktivistin Carla Hinrichs mit Blick auf Forderungen aus Teilen der Politik nach einer bundesweiten Vorbeugehaft für die Protestierenden. In Bayern waren 19 Aktivisten in Vorbeugehaft genommen worden, nachdem sie Störaktionen angekündigt hatten. "Wir werden uns nicht einschüchtern lassen", so Hinrichs. "Der Widerstand wird stärker werden. Und er hört auch nicht an Weihnachten auf, und auch nicht im neuen Jahr." Die Aktivisten wollen ein 9-Euro-Ticket und ein 100-Stundenkilometer-Tempolimit auf Autobahnen durchsetzen.

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Die "Letzte Generation" ist zuletzt wegen wiederholter Straßenblockaden und Aktionen etwa an Flughäfen und Autobahnen heftig unter Beschuss geraten. Führende Politiker hatten das Vorgehen der Gruppe kritisiert - darunter auch Bundeskanzler Olaf Scholz, der den Protest am Berliner Hauptstadtflughafen vergangene Woche als unverständlich und hochgefährlich bezeichnet hatte. Nach der Blockade hatte die "Letzte Generation" eine "Verschnaufpause" angekündigt, um "die erhitzten Gemüter etwas zu beruhigen", wie es vonseiten der Aktivisten hieß.

Auf Wunsch der AfD wird der Bundestag am Nachmittag in einer Aktuellen Stunde über "Klimaextremismus als Gefahr für Staat und Gesellschaft" diskutieren. Die Mitgründerin der "Letzten Generation", Lea Bonasera, kritisierte die Angriffe vonseiten der Politik als Versuch, die Proteste zu delegitimieren. Es sei gefährlich für eine Demokratie, wenn Politiker den Eindruck vermittelten, dass diese perfekt sei. "Wir als junge Menschen müssen das hinterfragen dürfen", sagte Bonasera.

Quelle: ntv.de, jug

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