Politik

Harald Christ im "Frühstart" "Lockdown darf kein Knockdown werden"

Der FDP-Politiker Harald Christ hält einen breiten Lockdown für falsch. Eine stärkere Beteiligung der Wirtschaft durch mehr Homeoffice und mehr Tests lehnt er ebenfalls ab. Oft fehle in der Belegschaft die Akzeptanz, angebotene Tests abzurufen.

FDP-Schatzmeister Harald Christ hat das Corona-Krisenmanagement der Bundesregierung scharf kritisiert. "Wir brauchen eine gewisse Planbarkeit für die Menschen. Wir brauchen ein Konzept nach vorne, und das lässt die derzeitige Bundesregierung nicht erkennen", sagte Christ im "Frühstart" von ntv. "Deswegen ist die Bundesregierung mit ihrer Corona-Politik per heute gescheitert."

Vor allem die schleppenden Prozesse in der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen und Masken kritisierte der FDP-Politiker: "Wir schaffen es seit Monaten nicht, ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, ausreichend Masken zu Verfügung zu stellen, ausreichend Testmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Impfstoff in ausreichender Menge zu produzieren und auch zu verteilen." Für Christ hätten diese Probleme verhindert werden können, wenn die Regierung - neben Virologen und Wissenschaftlern - auch früh Experten für den Vertrieb mit ins Boot geholt hätte: "Ich hätte mir gewünscht, dass in einem Land der Exporteure, der Logistiker und der Fachleute, die wir haben, wir auch sehr viel früher Experten rangelassen hätten, um die Versorgungsprobleme, Beschaffungsprobleme und die Produktionsprobleme zu lösen."

Auf die Frage, wie er die Pläne von CDU-Chef Armin Laschet für einen "Brücken-Lockdown" bewerte, äußerte sich Christ zurückhaltend: "Ich kann dahinter nicht wirklich viel Strategie erkennen." Generell hält Christ einen kompletten Lockdown mit Ausgangssperre für das falsche Mittel: "Ich glaube nicht, dass ein Lockdown - auch wenn er in einigen Regionen geboten ist - flächendeckend Sinn macht. Wir brauchen eine Perspektive nach vorne." Wer sich aktuell nicht an die Corona-Regeln halte, werde dies auch unter den Bedingungen einer Ausgangssperre nicht tun.

Bei einem anhaltenden Lockdown sieht der FDP-Politiker vor allem eine wachsende Gefahr für die Wirtschaft. "Wir sind seit Ende Oktober in einem Lockdown. Dieser Lockdown hat verheerende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, auf den Mittelstand und auf viele Menschen, die unter diesem Lockdown leiden", so Christ. Er warnt: "Wir müssen aufpassen, dass aus diesem Lockdown nicht ein Knockdown wird."

Dass die Wirtschaft mit mehr Homeoffice und mehr Tests einen stärkeren Teil bei der Corona-Bekämpfung leisten müsste, sieht Christ nicht. "Die Wirtschaft tut eine Menge, um in dieser Corona-Krise zu helfen." Oft jedoch fehle in der Belegschaft die Akzeptanz, die angebotenen Tests abzurufen.

Quelle: ntv.de, dhe

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