Politik

Keine größere Offensive möglich London: Raketenmangel schränkt Russland ein

Britische Geheimdienste melden, dass Russland aufgrund mangelnder Munition nicht zu größeren Offensivoperationen fähig sei. Auch Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur müssten deswegen eingeschränkt werden. Kiew wiederum fordert ein Vorgehen gegen iranische Waffenlieferungen.

Den russischen Truppen in der Ukraine mangelt es nach Einschätzung britischer Militärgeheimdienste an Munition und Raketen. Seit Oktober seien Zehntausende Rekruten mobilisiert worden. "Trotz der Linderung des unmittelbaren Personalmangels bleibt ein Munitionsmangel höchstwahrscheinlich der wichtigste einschränkende Faktor für russische Offensivoperationen", hieß es vom britischen Verteidigungsministerium.

Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Marschflugkörpern habe Russland zudem seine Angriffe mit Langstreckenraketen auf die ukrainische Infrastruktur auf etwa einmal pro Woche beschränkt, hieß es weiter. Der Vorrat an Artilleriemunition genüge nicht für größere Offensivoperationen. Das liege daran, dass auch für die Verteidigung entlang der Front täglich zahlreiche Granaten und Raketen gebraucht würden.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Kiew fordert Zerstörung iranischer Waffenfabriken

Die ukrainische Führung fordert derweil die "Liquidierung" iranischer Waffenfabriken, die Drohnen und Raketen herstellen und an Russland liefern. Die Lieferanten müssten festgenommen werden, schreibt Mychailo Podoljak, der Berater des ukrainischen Präsidenten, auf Twitter. Der Iran "demütigt offensichtlich die Institution internationaler Sanktionen".

Der Führung in Teheran wirft die Ukraine vor, weitere Waffenlieferungen an Russland zu planen. Nach Angaben der Ukraine hat der Iran bereits 1700 Drohnen vom Typ Schahed-136 an Russland geliefert. Diese würden seit September eingesetzt, um Ziele in der Ukraine zu treffen. Der Iran weist den Vorwurf zurück. In einem am Freitag veröffentlichten Interview erklärt der Geheimdienstchef der Ukraine, Russland habe bereits rund 540 dieser sogenannten Kamikaze-Drohnen auf Ziele des Militärs und der Energie-Infrastruktur der Ukraine abgefeuert.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/rts

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