Politik

Fronten in Tankerkrise verhärtet London kündigt Strafen gegen den Iran an

122533854.jpg

Iran veröffentlicht ein Video, das zeigt, wie der britische Tanker gekapert wird. London will am Montag Strafmaßnahmen verkünden.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Tankerkrise zwischen Iran und Großbritannien gibt es keine Annäherung. London berät über Sanktionen und will diese am Montag bekannt geben. Iran veröffentlicht derweil ein Video, das zeigt, wie die Garden den Tanker kapern. Die Botschaft wird nachgeliefert: "Sie haben gestohlen und eine Antwort erhalten."

Der Iran muss in der Tankerkrise mit britischen Strafmaßnahmen rechnen. Die Regierung prüft nach den Angaben von Verteidigungsstaatssekretär Tobias Ellwood eine "Reihe von Optionen" und will diese am Montag bekannt machen. Seit die iranischen Revolutionsgarden einen Ölfrachter unter britischer Flagge in ihrer Gewalt haben, schaukelt sich der Konflikt hoch. US-Präsident Donald Trump will sich eng mit Großbritannien abstimmen und schickt zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien.

Die Krise trifft Großbritannien in innenpolitisch turbulenten Zeiten angesichts des ungelösten Brexits und des Rücktritts der konservativen Regierungschefin Theresa May. Vermutlich der in der eigenen Partei umstrittene frühere britische Außenminister Boris Johnson übernimmt am kommenden Mittwoch Mays Posten. Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, schrieb bei Twitter, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Dies sei gefährlich und unklug. "Der Iran bleibt jedoch entschlossen und ist auf alle möglichen Szenarien vorbereitet", so der Diplomat.

Da der Tanker in den Gewässern des Omans gestoppt worden sei, sprach die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt von einer "feindlichen Handlung". Ihr Kabinettskollege, Außenminister Jeremy Hunt, schrieb auf Twitter davon, dass der Iran einen "gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens" beschreite. Dem Sender Sky News sagte Hunt: "Wir sind absolut deutlich, dass es sehr ernste Konsequenzen geben wird, wenn diese Situation nicht schnell gelöst wird." Militärische Vergeltung schloss Hunt erst einmal aus.

Für Außenminister Heiko Maas ist die Lage am Golf "noch ernster und gefährlicher geworden" als ohnehin schon. Maas sagte der "Bild am Sonntag": "Es geht darum, Krieg zu verhindern." Sollte es zu einer militärischen Eskalation kommen, gäbe es "keine Gewinner, nur Verlierer".

Iran: Video zeigt, wie die "Stena Impero" gekapert wird

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif verteidigte die Festsetzung der "Stena Impero" in der Meerenge von Hormus als rechtmäßige Anwendung internationalen Seerechts. Der Iran wirft dem britischen Tanker vor, in der Straße von Hormus mit einem iranischen Fischkutter zusammengestoßen zu sein und gegen "internationale Schifffahrtsregeln" verstoßen zu haben.

Audioaufnahmen von einem Austausch von Funksprüchen zwischen iranischen Revolutionsgarden, der "Stena Impero" und einer Fregatte der britischen Marine legen nahe, dass der britische Tanker in internationalen Gewässern aufgebracht wurde. Die Aufnahmen, deren Echtheit das britische Militär bestätigte, geben ansonsten aber kaum Aufschlüsse über die Geschehnisse.

Auf einem Video der Revolutionsgarden, das die iranische Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte, ist zu sehen, wie mehrere kleinere Boote und ein Hubschrauber sich dem Tanker näherten. Aus dem Hubschrauber seilten sich maskierte Männer ab.

Gibraltar: Teheran sieht US-Hardliner Bolton als Drahtzieher

Womöglich ist die Beschlagnahmung Vergeltung für die andauernde Festsetzung eines iranischen Tankers im britischen Überseegebiet Gibraltar. Der iranische Parlamentspräsident, Ali Laridschani, sagte der Nachrichtenagentur Isna mit Blick auf Großbritannien, sie "haben gestohlen und eine Antwort erhalten".

Außenminister Sarif beschuldigte den Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, den Disput angezettelt zu haben. John Bolton habe es nicht geschafft, Trump in den "Krieg des Jahrhunderts" zu locken, und versuche nun, Großbritannien mit "in den Sumpf" zu ziehen. Die Festsetzung des iranischen Tankers in Gibraltar Anfang Juli erfolgte auf Gesuch der USA an Großbritannien. Bolton bezeichnete die Aktion damals umgehend als "exzellente Neuigkeiten".

Der Oman drängt Großbritannien und den Iran zu einer diplomatischen Lösung. Man stehe mit mehreren Seiten in Kontakt, um die sichere Fahrt der Schiffe durch die Straße von Hormus zu garantieren, twitterte das omanische Außenministerium. Anders als die restlichen Golfstaaten pflegt der Oman gute Beziehungen zum Iran. Der Zwischenfall am Golf belastete die Börsen und trieb den Ölpreis nach oben. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Quelle: ntv.de, mau/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen