Politik

Kinder zu Gräueltaten gezwungen Lubanga schuldig gesprochen

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Thomas Lubanga, verurteilt.

(Foto: AP)

Das Urteil fällt am Internationalen Strafgerichtshof, und es ist historisch. Die Richter befinden: Der kongolesische Ex-Milizenführer Lubanga ist schuldig. Er soll Kindersoldaten zu Gräueltaten gezwungen und mehrere Massaker veranlasst haben. Nie zuvor musste sich ein mutmaßlicher Kriegsverbrecher vor dem Den Haager Tribunal verantworten.

Der ehemalige kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga Dyilo ist vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag für schuldig befunden worden, in seiner Heimat Hunderte Kinder als Soldaten missbraucht zu haben. Es handelt sich um ein historisches Urteil: Der 51-Jährige war der erste mutmaßliche Kriegsverbrecher, der vom IStGH festgenommen und vor Gericht gestellt wurde. Für wie viele Jahre Lubanga ins Gefängnis soll, wollen die Richter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Lubanga war während des Bürgerkrieges in dem zentralafrikanischen Land Chef der brutalen Rebellengruppe Union Kongolesischer Patrioten (UPC) und später Anführer der Miliztruppe Patriotische Front für die Befreiung des Kongo (FPLC).

Die Gruppen sollen für zahlreiche Massaker an verfeindeten Volksgruppen verantwortlich sein. Sie kämpften unter anderem mit einer "Kinderarmee". Ziel der untereinander zerstrittenen Milizen war es, die Regierung in der Hauptstadt Kinshasa zu stürzen, der Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wurde.

Seit 2006 in Haft

Der Konflikt im Kongo dauerte offiziell von 1998 bis 2003, Millionen Menschen kamen ums Leben. Beide Seiten waren während des Konfliktes von anderen afrikanischen Staaten unterstützt worden, darunter Ruanda, Uganda, Angola und Simbabwe.

Der heute 51-jährige Lubanga sitzt seit März 2006 in Untersuchungshaft. Das Verfahren begann im Jahr 2009. Lubanga wird vorgeworfen, zwischen 2002 und 2003 Hunderte Kinder unter 15 Jahren als Soldaten zwangsrekrutiert und gezwungen zu haben, Morde und andere Gräueltaten zu begehen.

Es soll Fälle gegeben haben, in denen Zivilisten ihre eigenen Gräber ausheben mussten, bevor sie erschossen wurden. Unter anderem ging es bei dem Konflikt um wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Diamanten und Erdöl.

Quelle: ntv.de, dpa

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