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Vertrauen in Petry bereut Lucke befürwortet Beobachtung der AfD

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Bernd Lucke ist einer der Mitbegründer der "Alternative für Deutschland".

(Foto: picture alliance/dpa)

Einst war er das Gesicht der AfD. Nun kritisiert der ehemalige Vorsitzende Bernd Lucke die Partei scharf: Der Verfassungsschutz sollte nicht nur deren rechten Flügel beobachten. Auch mit Ex-Mitbegründerin Petry rechnet er ab.

AfD-Mitbegründer Bernd Lucke befürwortet eine Überwachung seiner ehemaligen Partei durch den Verfassungsschutz. "Es gibt Personen und Organisationen in der AfD, an deren Verfassungstreue man zweifeln kann", sagte er der "Zeit". Lucke bezeichnete die AfD als "eine latent fremdenfeindliche, deutschnationale Partei mit rechtsradikalen Einsprengseln". Daher solle der Inlandsgeheimdienst Teile der AfD "lieber beobachten, als dass die vielleicht Unheil stiften." Nochmal würde er sie nicht gründen.

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Sein größter Fehler sei es gewesen, der ehemaligen AfD-Chefin Frauke Petry vertraut zu haben. "Ich kannte sie ja kaum, aber sie war engagiert, intelligent und präsentabel. Deshalb habe ich sie gefördert." In einer Kampfabstimmung hatte sie ihn 2015 in seiner Funktion als Parteichef abgelöst, woraufhin er aus der Partei austrat. Er gründete dann die Partei Alfa.

Seit November 2016 heißt Luckes Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR). Auch Petry ist mittlerweile nicht mehr in der AfD: Wegen des Streits über die politische Ausrichtung hatte sie unmittelbar nach der Bundestagswahl im September 2017 die Partei verlassen und war als fraktionslose Abgeordnete ins Parlament eingezogen.

Vor den Verwerfungen der beiden hatten sie laut Lucke erwogen, mit einer spektakulären Aktion Druck auf die Bundesregierung auszuüben: "2013 haben Frauke Petry und ich überlegt, ob wir in einen Hungerstreik treten, um bei der Regierung Merkel die Einsicht in Akten zur Euro-Rettung zu erzwingen." Petry habe nach einer Absprache mit ihrer Familie dann aber doch nicht hungern wollen.

Der Verfassungsschutz hat die AfD insgesamt zu einem sogenannten Prüffall erklärt, bei dem offen zugängliche Quellen ausgewertet werden. Teile der Partei, darunter die rechtsnationale Organisation "Flügel", sollen auch mit nachrichtendienstlichen Mitteln beobachtet werden.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa/AFP

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