Politik

Nach van Akens RückzugLuigi Pantisano will Linken-Chef werden

16.04.2026, 09:52 Uhr
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Deutschland-Berlin-10-11
Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag hält die Linie der aktuellen Parteiführung für richtig. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Das Duo Schwerdtner/van Aken übernimmt die Linkspartei zu einer Zeit, als sie in Umfragen "unter ferner liefen" läuft und führt sie in den Bundestag. Gesundheitliche Probleme zwingen van Aken nun aber zum Rückzug. Sein Nachfolger könnte ein Westdeutscher mit Migrationshintergrund werden.

Der Bundestagsabgeordnete Luigi Pantisano will Vorsitzender der Partei Die Linke werden. Der 46-Jährige meldete seine Bewerbung um die Nachfolge des scheidenden Co-Chefs Jan van Aken an. Gewählt wird bei einem Parteitag im Juni in Potsdam. Van Aken, der seit Ende 2024 in einer Doppelspitze mit Ines Schwerdtner amtiert, hatte aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug erklärt.

"Ich gehe diesen Schritt in großer Demut", erklärte Pantisano auf seiner Website. "Die Linke hat sich mit Jan und Ines erneuert und stabilisiert." Mehr als 70.000 Menschen seien neu in die Partei eingetreten. "Gemeinsam haben wir uns vorgenommen, die Linke zur organisierenden Klassenpartei zu machen." Die Partei wolle jene zurückgewinnen, die von der Politik enttäuscht und wütend seien. "Hier möchte ich anschließen und den nächsten Schritt gehen", erklärte Pantisano.

Er ist stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag und vertritt als Abgeordneter die Region Stuttgart und Konstanz. Seine Eltern seien 1979 aus Italien nach Deutschland gekommen, um ihren vier Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, schreibt er über sich. Sie hätten in Fabriken gearbeitet und "die Bücher hergestellt, die sie selbst nie lesen durften". So hätten sie ihren Kindern ein Studium ermöglicht. "Ich bin stolz darauf, als Kind aus einem Arbeiterhaushalt mit Migrationsgeschichte studiert zu haben."

Der ARD sagte Pantisano über van Aken: "Jan war ein großartiger Vorsitzender." Seine gemeinsame Linie mit Schwerdtner sei richtig und erfolgreich. "Diesen Weg, den sie begonnen haben, möchte ich jetzt weitergehen und weiterentwickeln."

Ursprünglich hatte van Aken angekündigt, erneut mit Schwerdtner zu kandidieren. Beide waren im Oktober 2024 als Doppelspitze gewählt worden. Damals steckte die Partei mit Umfragewerten von nur noch zwei bis drei Prozent in einer tiefen Krise. Dem Duo gelang jedoch für die Partei die Wende. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Linke mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein. Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz scheiterte die Linke zuletzt aber an der Fünf-Prozent-Hürde.

Quelle: ntv.de, als/dpa

Die LinkeJan van Aken