Politik

Nach Militärputsch Malis Präsident Keita verkündet Rücktritt

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Ibrahim Boubacar Keita.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Druck auf Malis Präsidenten Keita wächst seit Wochen. Ein Grund dafür: ein dschihadistischer Aufstand im Norden des Landes, den Keita nicht unter Kontrolle bringt. Nun reicht es dem Militär offenbar. Keita wird festgesetzt - und er zieht die Konsequenzen.

Nach einem mutmaßlichen Militärputsch in Mali hat Präsident Ibrahim Boubacar Keita seinen Rücktritt sowie die Auflösung von Regierung und Parlament angekündigt. "Ich teile Ihnen meine Entscheidung mit, ab sofort von allen meinen Ämtern zurückzutreten", sagte Keita, der wenige Stunden zuvor von aufständischen Soldaten festgesetzt worden war, in einer Rede im staatlichen Fernsehen. Keita dankte "dem malischen Volk für seine Unterstützung in diesen langen Jahren".

Am Dienstagmorgen (Ortszeit) hatten malische Soldaten laut Augenzeugen auf dem Stützpunkt in der Stadt Kati, etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt, Schüsse in die Luft abgefeuert. Anschließend fuhren sie im Konvoi nach Bamako, wo sie von einer jubelnden Menge empfangen wurden, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Norden Malis bereitete Keita Probleme

Regierungschef Cissé hatte die Soldaten am Nachmittag noch aufgerufen, die Waffen niederzulegen und in einen "brüderlichen Dialog" einzutreten, "um alle Missverständnisse auszuräumen". Die Vorfälle zeugten von "einer gewissen Frustration, die legitime Ursachen haben kann". Später wurden Cissé und Keita nach übereinstimmenden Angaben der Putschisten und eines Sprechers von Cissé von den Aufständischen festgesetzt.

Keita stand zuletzt massiv unter Druck, weil es ihm nicht gelungen war, einen seit 2012 andauernden dschihadistischen Aufstand im Norden des Landes unter Kontrolle zu bringen. Verschleppte politische Reformen, eine schwächelnde Wirtschaft und Korruptionsvorwürfe hatten die Stimmung gegenüber Keita weiter verschlechtert. Die Oppositionsbewegung M5-RFP forderte den Rücktritt des 75-jährigen Präsidenten und organisierte immer wieder Massenproteste gegen ihn.

Quelle: ntv.de, bad/AFP

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