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Neuseeländer muss in Haft Mann baute "Totenzähler" in Terror-Video ein

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Die Al-Noor-Moschee in Christchurch war einer der Schauplätze des Anschlags.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein mutmaßlicher Rechtsextremist leitet das Video vom Anschlag auf Muslime in Christchurch an Bekannte weiter. Das ist nach neuseeländischem Recht strafbar. Jetzt wird er verurteilt.

Wegen der Verbreitung der Video-Aufnahmen von dem Christchurch-Anschlag mit 51 getöteten Muslimen ist ein Neuseeländer zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wie die örtlichen Medien berichteten, bekannte sich der 44-jährige Angeklagte Philip Arps schuldig, Video-Material zu dem Anschlag im Internet weiterverbreitet zu haben.

Der Attentäter hatte den Anschlag mit einer Helmkamera gefilmt und über ein Facebook-Konto live im Internet übertragen. Solche Livestream-Videos bleiben nach Ende einer Übertragung zum Abruf verfügbar. Der Angeklagte leitete die Aufnahmen am nächsten Tag an 30 Bekannte weiter. Zudem gab er in Auftrag, das Video mit Fadenkreuzen und einem "Totenzähler" zu versehen - einer Art Strichliste, wie viele Leute ermordet worden waren. Daraufhin wurde der Neuseeländer festgenommen.

Die neuseeländische Medienaufsicht erklärte das Weiterverbreiten des Video-Materials von dem Anschlag kurz nach der Tat für strafbar. Das Strafmaß kann bis zu 14 Jahre Gefängnis betragen.

Arps ist einschlägig vorbestraft

Arps ist ein bekennender Anhänger von rassistischem Gedankengut. Er ist Besitzer eines Geschäfts, das mit Neonazi-Symbolen wirbt. Er wurde 2016 für schuldig befunden, an der Al-Noor-Moschee in Christchurch, die zu den Anschlagszielen vom 15. März zählte, einen Schweinekopf angebracht zu haben.

Wegen des Anschlags sitzt ein 29 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in einem Hochsicherheitsgefängnis in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt dem mutmaßlichen Attentäter, Brenton Tarrant, 51-fachen Mord, 40-fachen Mordversuch und Terrorismus zur Last. Bei einer Verurteilung erwartet den Australier lebenslange Haft. Vergangene Woche plädierte Tarrant auf nicht schuldig. Der eigentliche Prozess soll im Mai 2020 beginnen.

Quelle: n-tv.de, hul/AFP/dpa

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