Politik

Rochade am Roten Platz Medwedew wieder Premier

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Russlands mächtiges Duo. Medwedew und Putin tauschten die Plätze.

(Foto: REUTERS)

Mit großer Mehrheit wird der bisherige russische Präsident Medwedew zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Im Unterhaus stimmen die Abgeordneten der Kremlpartei Geeintes Russland sowie die der Liberaldemokratischen Partei des Ultranationalisten Schirinowski für den neuen alten Regierungschef. Kommunisten und Linkskonservative lehnen das ab.

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Am 8. Mai wird natürlich auch an den "Tag der Befreiung" vom Hitlerfaschismus erinnert. Aufnahme aus dem Zentrum Moskaus.

(Foto: REUTERS)

Das russische Parlament hat Dmitri Medwedew einen Tag nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt mit großer Mehrheit zum neuen Premierminister gewählt. 299 Abgeordnete der Staatsduma stimmten für den 46-Jährigen. Es gab 144 Gegenstimmen. Das Staatsfernsehen übertrug die Abstimmung live. Nicht alle der 450 Abgeordneten waren anwesend.

Der am Montag in sein Amt eingeführte Präsident Wladimir Putin hatte Medwedew für das Amt des Regierungschefs vorgeschlagen.

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Auch im Zentrum Moskaus: Proteste gegen den umstrittenen Machtwechsel im Kreml.

(Foto: REUTERS)

Wegen des umstrittenen Ämtertausches protestierten auch in der Nacht zum Dienstag wieder Regierungsgegner auf den Straßen der russischen Hauptstadt. Die Polizei sprach von mehr als 300 vorläufigen Festnahmen seit Montag. Einige Oppositionelle seien dabei mehrfach in Gewahrsam gekommen. Die Polizei erfasst nach eigenen Angaben in vielen Fällen nur die Personendaten der Demonstranten und lässt sie dann wieder frei.

Putin spielt wieder

Derweil gab es für den Staatsführer selbst anderes zu tun: Schon am Tag seiner Amtseinführung trug der neue, alte Präsident einen Sieg davon - zumindest auf dem Eishockey-Feld. Wie das russische Fernsehen berichtete, schoss Putin seine Amateur-Mannschaft zum Sieg gegen ein Team aus sowjetischen Eishockey-Altstars. Er versenkte den Puck demnach zwei Mal im gegnerischen Tor und wurde für seine Treffer von seinen Anhängern eifrig beklatscht, darunter Altkanzler Gerhard Schröder und Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi.

Der sportversessene Putin hat angeblich erst vergangenes Jahr das Schlittschuhlaufen gelernt und trainiert gelegentlich bis tief in die Nacht auf dem Eishockey-Feld. Der Staatschef inszeniert sich gern in der Rolle des starken Mannes Russlands. So schwang er sich schon vor Kameras mit nacktem Oberkörper auf ein Pferd, um durch die russische Steppe zu reiten. Er ging an Bord eines U-Bootes, das bis zum Grund des Baikalsees tauchte, und beteiligte sich persönlich daran, ein Tigerweibchen einzufangen und mit einem Peilsender zu versehen.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts/dpa

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