Politik

Entführungen im Ausland Meiste Deutsche verschwinden in Nigeria

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Wie viele Entführungen noch andauern, darüber machte die Bundesregierung aus Personenschutzgründen keine Angaben.

(Foto: REUTERS)

Im Schnitt werden jährlich 14 Deutsche laut Bundesregierung im Ausland entführt. Zu den gefährlichsten Ländern gehören Kriegsgebiete wie Afghanistan und Syrien. Die meisten Entführungen entfallen aber auf eine Hunger geplagte Region in Westafrika.

Seit 2010 sind mindestens 143 Deutsche im Ausland entführt worden. Das geht nach Informationen der Zeitungen der Funke Mediengruppe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei hervor.

Die Entführungen ereigneten sich demnach in 37 verschiedenen Ländern, die meisten davon in Nigeria (17 Fälle, 19 Opfer), Syrien (8 Fälle, 13 Opfer), Mexiko (8 Fälle, 12 Opfer), Afghanistan (9 Fälle, 11 Opfer) und im Senegal (7 Fälle, 7 Opfer).

Der trockene Norden Nigerias ist von Dürren und Hunger geplagt. Deshalb sind in der Region viele internationale Hilfsorganisationen im Einsatz. Im nigerianischen Grenzgebiet zum Niger hat allerdings auch die islamistische Terrororganisation Boko Haram eine große Präsenz. Sie will einen islamischen Gottesstaat errichten und finanziert ihre Geschäfte teils durch Entführungen westlicher Hilfsarbeiter und die Erpressung von Lösegeldern. 

Über das weitere Schicksal der Entführten machte die Bundesregierung dem Bericht zufolge keine Angaben. Ebenso wenig teilte sie mit, wie viele Entführungen noch andauern. "Dies dient dem Schutz betroffener Personen. Bei einer Veröffentlichung entsprechender Informationen könnte Leib und Leben der betroffenen Personen einer zusätzlichen Gefährdung ausgesetzt werden", wird das Bundesinnenministerium zitiert.

Quelle: n-tv.de, mba/chr/dpa