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Sorge um Öl- und Gasversorgung Menschen in Deutschland stellen sich auf Engpässe ein

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Wohin geht der Spritpreis noch?

(Foto: picture alliance/dpa)

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Die Sorge vor Lieferproblemen wegen des Stopps von russischen Öl-Importen ist groß in Deutschland. Im RTL/ntv-Trendbarometer erwarten zwei Drittel der Befragten persönliche Folgen. Die Ukraine-Politik von Olaf Scholz erhält Zuspruch, allen Zweifeln an Waffenlieferungen zum Trotz.

Drei von vier Befragten befürchten durch den geplanten Stopp von Öllieferungen aus Russland Engpässe bei der Versorgung mit Benzin und Diesel sowie Schwierigkeiten in der Wirtschaft. Das ergab das RTL/ntv-Trendbarometer aus dieser Woche. Mit 88 Prozent ist dieser Wert im Osten des Landes, wo die aus Russland versorgten Raffinerien Leuna und Schwedt stehen, besonders groß. 67 Prozent aller Befragten rechnen demnach mit "spürbar negativen Folgen für den eigenen Haushalt".

Waffenlieferungen bleiben umstritten

Dass sich die Bundesregierung nun doch für die Lieferung schwerer Waffen wie Panzerhaubitzen und Flugabwehrpanzern entschieden hat, findet mit 51 Prozent der Befragten eine knappe Mehrheit richtig. 41 Prozent halten die Entscheidung für falsch. Im Osten finden sogar 66 Prozent der Befragten die Lieferungen nicht richtig. Insgesamt beurteilen 70 Prozent die Haltung des Kanzlers in dieser Frage als "angemessen und nicht zu zögerlich".

Mit 46 Prozent ist fast jeder zweite der Meinung, die Waffenlieferungen steigerten die Wahrscheinlichkeit, dass weitere Länder Kriegspartei werden oder gar ein dritter Weltkrieg ausbricht. Dagegen sind 26 Prozent der Meinung, dass es umgekehrt sei: Der Krieg könne sich ohne Waffenlieferungen ausweiten. Die Zustimmung zu den Waffenlieferungen wird auch von einer Skepsis zum weiteren Kriegsverlauf geprägt: Nur 22 Prozent glauben an die Möglichkeit eines militärischen Siegs der Ukraine gegen Russland. Vor zwei Wochen waren es noch 26 Prozent. Andersherum denken 71 Prozent, nur eine Verhandlungslösung könne die Waffen zum Schweigen bringen.

Zweifel an Merz' Kiew-Trip

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Nach der Ausladung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sind 72 Prozent der Befragten dennoch der Meinung, dass das deutsche Staatsoberhaupt nach Kiew reisen sollte. 74 Prozent befürworten zudem eine Kiew-Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz. Im Osten ist jeweils nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten dieser Ansicht.

Dagegen glauben 63 Prozent der Befragten, dass es Friedrich Merz bei seiner Kiew-Reise in der vergangenen Woche vor allem um "seine eigene Profilierung" gegangen sei. 25 Prozent vermuteten das Motiv, Solidarität mit dem ukrainischen Volk zu bezeugen. Zwei Drittel fanden den Besuch in der ukrainischen Hauptstadt, wo Merz überraschend auch Wolodymyr Selenskyj traf, "eher überflüssig". 42 Prozent gaben an, dass Scholz im direkten Vergleich der bessere Kanzler sein, 36 Prozent erkannten keinen großen Unterschied. Nur 13 Prozent hielten ihn für den besseren Kanzler.

Quelle: ntv.de, shu

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