Politik

Zu viele offene Fragen Merkel kassiert Spahns Schnelltest-Pläne

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Die Einführung von kostenlosen Schnelltests für alle könnte am 3. März beschlossen werden.

(Foto: dpa)

Eigentlich sollten die kostenlosen Corona-Schnelltests für alle am 1. März kommen. Daraus wird nichts: Bundeskanzlerin Merkel sieht noch Gesprächsbedarf mit den Ländern.

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für den 1. März angekündigte Einführung von kostenlosen Schnelltest verzögert sich offenbar. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach verschob Bundeskanzlerin Angela Merkel den Termin bei der heutigen Sitzung des Corona-Kabinetts, weil Spahn auf ihre Nachfragen zu Kapazitäten und Genehmigungen keine ausreichenden Antworten hatte.

Die Einführung der kostenlosen Corona-Tests werde nun für den 8. März angepeilt, so das Blatt. Am Morgen im CDU-Präsidium hatte Merkel noch Öffnungen in Aussicht gestellt. Zugleich schränkte sie ein, dass Öffnungsschritte mit vermehrten Tests begleitet werden müssten.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte nach Beratungen des Corona-Kabinetts, die Bundesregierung wolle die Ausdehnung der Schnelltests mit den Ländern besprechen. Der Corona-Gipfel von Bund und Ländern findet erst am 3. März statt.

Diese Tests könnten ein Mittel sein, um tagesaktuell Öffnungsschritte abzusichern, so Seibert. Zu klären sei auch, wie viele Schnelltests für jedermann es kostenlos geben könne. Finanzieren soll dies der Bund. Ein Sprecher des Gesundheitsministerium stellte allerdings klar, dass der Staat nicht die Kosten von Firmen übernehme, die ihre Mitarbeiter schon bisher regelmäßig testeten. Er betonte zudem, dass man sich in Gesprächen mit Herstellern in diesem Jahr 500 Millionen Schnelltests gesichert habe.

Spahn hatte angekündigt, dass allen Bürgern ab 1. März kostenlose Schnelltests angeboten werden sollen, die von geschultem Personal abzunehmen sind. Daneben soll auch der Weg für Selbsttests für Laien geebnet werden. Eingesetzt werden können die Schnelltests schon in Pflegeheimen, Kliniken und nach Infektionsfällen etwa in Schulen. Diese Antigen-Tests gelten jedoch als nicht so exakt wie sonst genutzte PCR-Tests. Laut Robert Koch-Institut muss ein positives Ergebnis deswegen per PCR-Test bestätigt werden.

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/rts