Politik
Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt sich angesichts der Attacke von US-Präsident Donald Trump unbeeindruckt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt sich angesichts der Attacke von US-Präsident Donald Trump unbeeindruckt.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 11. Juli 2018

"Machen eigenständige Politik": Merkel kontert Trumps Attacke

Nachdem Donald Trump Deutschland als "Gefangenen Russlands" bezeichnet hat, erinnert die Kanzlerin den US-Präsidenten an die deutsche Geschichte: Gerade mit Blick auf die DDR sei es gut, dass Deutschland heute "eigenständige Entscheidungen fällen" könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die scharfe Kritik von US-Präsident Donald Trump an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Deutschlands mit Russland im Energiebereich zurückgewiesen. Es sei gut, dass Deutschland eine "eigenständige Politik" machen könne, betonte Merkel zum Auftakt des Nato-Gipfels in Brüssel.

Datenschutz

"Ich möchte aus gegebenem Anlass hinzufügen, dass ich erlebt habe, auch selber, dass ein Teil Deutschlands von der Sowjetunion kontrolliert wurde", sagte die Kanzlerin mit Blick auf die frühere DDR. Merkel ist im uckermärkischen Templin in der einstigen DDR aufgewachsen.

"Ich bin sehr froh, dass wir heute in Freiheit vereint sind als die Bundesrepublik Deutschland und dass wir deshalb auch sagen können, dass wir unsere eigenständige Politik machen können und eigenständige Entscheidungen fällen können", sagte Merkel weiter. "Das ist sehr gut, gerade für die Menschen in den neuen Bundesländern."

Bilaterales Gespräch mit Trump

Trump hatte Deutschland am Morgen bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schwere Vorwürfe gemacht. Seine Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben des bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten europäischen Nato-Partners verknüpfte er mit Kritik am Bau der Gaspipeline Nord Stream 2.

"Deutschland ist total von Russland kontrolliert", sagte der US-Präsident. Man zahle "Milliarden" für Gas an Russland und lasse sich dann von der Nato vor Russland beschützen - ohne selbst genug für Verteidigung auszugeben, wetterte Trump. Wegen der Abhängigkeit von Gaslieferungen nannte er Deutschland einen "Gefangenen Russlands".

Nach seiner Attacke will Trump die Kanzlerin noch im Laufe des ersten Gipfeltages zu einem bilateralen Gespräch treffen. Es werde am Nachmittag vor einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattfinden, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Brüssel. Wie Sanders erklärte, dürfte Trump bei dem Treffen US-Bedenken wegen der deutschen Unterstützung für das russische Gasgeschäft bekräftigen.

Quelle: n-tv.de