Politik

Vor China-Reise der Kanzlerin Merkel schlägt Einladung nach Hongkong aus

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Chinas Ministerpräsident Li Keqiang im Juli 2018 in Berlin. Merkel bricht am Donnerstag zu einem Gegenbesuch auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Während Merkel ihre Koffer für eine dreitägige Reise nach China packt, bittet Hongkongs bekanntester Demokratie-Aktivist die Kanzlerin um Hilfe vor einer "diktatorischen Macht". Wongs Brief enthält auch eine Einladung, die Finanzmetropole zu besuchen. Der Regierungssprecher reagiert kühl.

Die Bundesregierung hat zurückhaltend auf die Bitte eines Aktivisten in Hongkong um Beistand reagiert. Kanzlerin Angela Merkel habe den offenen Brief von Joshua Wong "zur Kenntnis genommen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Zur Frage, ob die Kanzlerin Wong und andere Aktivisten bei ihrem anstehenden China-Besuch treffen werde, sagte Seibert, am Reiseprogramm Merkels habe sich nichts geändert. Das Programm sieht kein solches Treffen vor.

Grundsätzlich trete die Bundesregierung für eine Lösung im Dialog ohne Gewalt ein, sagte Seibert. Dieser Dialog müsse auf Grundlage des in Hongkong geltenden "Basic Laws" geführt werden, führte der Sprecher weiter aus. Das Grundgesetz räumt den Menschen in der Sonderverwaltungszone Grundrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit ein.

Wong, einer der bekanntesten Menschenrechtsaktivisten in Hongkong, bat Merkel in dem über die "Bild"-Zeitung veröffentlichten Brief um Beistand: "Uns steht eine diktatorische Macht gegenüber, die keine freiheitlichen Grundrechte zulässt und immer mehr gewalttätige Maßnahmen anwendet", schrieb Wong demnach und sprach die Bundeskanzlerin persönlich an. "Bitte helfen Sie uns." Er erinnerte dabei auch an Merkels DDR-Biografie und den Mauerfall: "Ihr Mut veränderte die Geschichte Deutschlands und inspirierte die Welt."

Idee für die Namen der Pandas

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Bundeskanzlerin Merkel im Sommer 2017 mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping bei der Eröffnung der Anlage für zwei Pandabären aus China.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wong warnte Deutschland zugleich davor, mit China Geschäfte zu machen, da das Land internationales Völkerrecht nicht einhalte und wiederholt seine Versprechen gebrochen habe. Schon zuvor hatte Wong versucht, eine öffentliche deutsche Parteinahme für Hongkong zu erreichen. Er schlug dem Berliner Zoo vor, die beiden neugeborenen Pandababys "Demokratie" und "Freiheit" zu nennen.

Merkel bricht am Donnerstag zu einer dreitägigen China-Reise auf. Sie trifft unter anderem Staatspräsident Xi Jinping und den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Begleitet wird sie von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation.

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Quelle: n-tv.de, mau/rts/DJ

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