Politik

Nach drei Zitteranfällen Merkel sitzt bei Staatsbesuch von Dänin

Bei dem Besuch der dänischen Ministerpräsidentin in Berlin stellen sich viele die Frage: Wird Bundeskanzlerin Merkel wieder von einem Zitteranfall heimgesucht? Doch die Organisatoren haben vorgesorgt - diesmal darf sich die Kanzlerin setzen. Und offenbar hilft es.

Nach bereits drei Zitteranfällen innerhalb der vergangenen drei Wochen stand Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im Fokus - wird sie wieder zittern? Die Antwort ist nein. Denn im Unterschied zu den vorangegangenen Zitterattacken, absolvierte Merkel die Begrüßung des Staatsgastes teilweise im Sitzen.

Die CDU-Politikerin und die dänische Ministerpräsidentin saßen beim Abspielen der Nationalhymnen auf Stühlen mit weißem Stoffbezug vor dem Kanzleramt. Die Stühle standen auf einem kleinen Podest, von dem aus die Kanzlerin und ihr jeweiliger Gast die Nationalhymnen normalerweise im Stehen anhören.

Merkel zeigte diesmal kein Zittern. Die Kanzlerin, die einen weißen Blazer und eine schwarze Hose trug, hatte während des Abspielens der Hymnen die Hände auf dem Schoß liegen. Anschließend schritt sie zusammen mit Frederiksen die Front der angetretenen Soldaten ab.

Merkel: "Ich weiß um Verantwortung meines Amtes"

Bei der anschließenden Pressekonferenz ließ Merkel offen, ob sie sich in ärztliche Behandlung begeben habe. Die Kanzlerin sagte, man dürfe davon ausgehen, "dass ich erstens um die Verantwortung meines Amtes weiß und deshalb auch dementsprechend handele - auch was meine Gesundheit anbelangt". Sie fügte hinzu: "Und zweitens dürfen Sie davon ausgehen, dass ich auch als Mensch ein großes persönliches Interesse daran habe, dass ich gesund bin und auf meine Gesundheit achte."

Bei einem ähnlichen Anlass hatte Merkel zuletzt am Mittwoch einen Zitteranfall erlitten, als sie den finnischen Regierungschefs Antti Rinne mit militärischen Ehren empfing. Danach hatte die Kanzlerin aber betont, es gehe ihr "gut" und sie befinde sich in einer "Verarbeitungsphase" des ersten derartigen Vorfalls vom 18. Juni. "Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte, und ich muss damit jetzt eine Weile leben", hatte Merkel erklärt.

Erstmals hatte die Kanzlerin Mitte Juni beim Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj heftig gezittert. Wenige Tage später erlitt sie bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht von der SPD durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue erneut einen solchen Anfall.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/DJ

Mehr zum Thema