Trump ohne Exit-Plan?Merz: USA lassen sich vom Iran demütigen

Der Krieg im Iran koste auch Deutschland "sehr viel Geld und Wirtschaftskraft", sagt der Bundeskanzler. Für Merz ist eine Entspannung der Lage vorerst nicht in Sicht, da es den Amerikanern an einem Plan fehle.
Die iranische Führung ist nach Ansicht von Kanzler Friedrich Merz dabei, die USA im Iran-Krieg zu "demütigen". "Die Amerikaner haben offensichtlich keine Strategie", sagte er am Carolus-Magnus-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Marsberg. "Ich erkenne im Augenblick nicht, welchen strategischen Exit die Amerikaner jetzt wählen, zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln." Da werde "eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung, vor allem durch diese sogenannten Revolutionsgarden".
Deutsche und Europäer seien beim Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran nicht gefragt worden, bekräftigte Merz. Er habe US-Präsident Donald Trump mittlerweile zweimal seine Skepsis direkt gesagt. "Wenn ich gewusst hätte, dass es fünf Wochen, sechs Wochen so weitergeht und immer schlimmer wird, dann hätte ich es ihm noch eindringlicher gesagt."
Man wisse aus früheren Kriegen wie Afghanistan oder Irak, dass das Problem immer sei, wie man Konflikte wieder beende. Deshalb sei der Krieg gegen Iran unüberlegt gewesen. "Insofern hoffe ich, dass das so schnell wie möglich zu Ende geht." Das sehe er allerdings derzeit nicht, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben".
Der Kanzler sprach von einer "ziemlich vertrackten Lage", die Deutschland sehr viel Geld und Wirtschaftskraft koste. "Dieser Krieg gegen den Iran hat unmittelbare Auswirkungen auf unsere Wirtschaftsleistung und deswegen muss er so schnell wie möglich beendet werden", sagte er. Deutschland und die Europäer hätten Hilfe für die Zeit nach Ende der Kampfhandlungen angeboten.