Politik

Kampfabstimmung im Sauerland Merz gewinnt Duell um CDU-Direktkandidatur

238738872.jpg

Bei der Abstimmung im Hochsauerlandkreis erhielt Merz 327 Stimmen, Sensburg nur 126.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz will nach zwölf Jahren zurück in den Bundestag, am liebsten mit Direktmandat. Im Sauerland tritt er deshalb gegen seinen einstigen Nachfolger Patrick Sensburg an - und gewinnt.

Der frühere Unions-Fraktionschef Friedrich Merz ist von der CDU im Hochsauerlandkreis in einer Kampfabstimmung zum Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden. Eine Aufstellungsversammlung unter freiem Himmel in einem Fußballstadion im sauerländischen Arnsberg bestimmte den 65-Jährigen zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis 147. Das Nachsehen hatte der aktuelle CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg. Merz erhielt 327 Stimmen, Sensburg 126 Stimmen.

Die beiden hatten zuvor in jeweils über 20-minütigen Reden um die Zustimmung der Delegierten geworben. Während Sensburg vor allem auf seine Tätigkeit für den Wahlkreis in den vergangenen knapp zwölf Jahren verwies, kritisierte Merz den Zustand seiner Partei. Er versprach den Delegierten, keinen "bequemen und angepassten Abgeordneten" zu bekommen.

Der Hochsauerlandkreis mit seinen rund 260.000 Einwohnern gilt als CDU-Hochburg. Sensburg ist dort bereits seit zwölf Jahren Abgeordneter. Er war 2009 Friedrich Merz nachgefolgt, der damals nach vier Wahlperioden (1994-2009) nicht erneut kandidiert hatte.

Merz wollte bereits zweimal CDU-Vorsitzender werden und unterlag jeweils nur knapp: Ende 2018 verlor er gegen Annegret Kramp-Karrenbauer, im vergangenen Januar gegen Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Der Jurist und Wirtschaftsexperte war 2000 bis 2002 Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

In welche Richtung die Ambitionen des Vizepräsidenten des CDU-Wirtschaftsrats womöglich gehen, hat er vor wenigen Monaten erkennen lassen. Nachdem Merz beim Parteitag den Sprung auf den CDU-Chefsessel verfehlt hatte, bot er sich selbst als Bundeswirtschaftsminister im aktuellen Kabinett von Angela Merkel an - was damals auf Unverständnis und auch Spott stieß. Aber: Merz bedient die konservative und wirtschaftsnahe Klientel der Christdemokraten, viele wünschen sich bei der Zukunftsplanung der Partei eine herausgehobene Rolle für den 65-Jährigen.

Sensburg, ebenfalls Jurist, wurde als Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses bekannt. Er ist Mitglied des Ältestenrats und des Parlamentarischen Kontrollgremiums zur Kontrolle der Geheimdienste. Der Verwaltungsexperte ist Professor an der Polizeihochschule NRW und hat Gastprofessuren in Wien und Bukarest inne. Außerdem ist Sensburg Oberstleutnant der Reserve und Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbands.

Quelle: ntv.de, chf/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.