Politik

Oreschnik-Angriff nahe KiewMerz verurteilt "rücksichtslose Eskalation" durch Moskau

24.05.2026, 15:12 Uhr
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Deutschland stehe weiter fest an der Seite der Ukraine, so der Kanzler. (Foto: picture alliance / Andreas Gora)

Erstmals nutzt Russland bei einem Angriff nahe Kiew eine Oreschnik-Rakete. Die Bundesregierung verurteilt den Einsatz des atomwaffenfähigen Modells aufs Schärfste. Die EU-Außenbeauftragte warnt vor einem "rücksichtslosen Spiel mit dem Feuer".

Die Bundesregierung hat den Einsatz von atomwaffenfähigen Oreschnik-Raketen durch Russland im Ukraine-Krieg scharf kritisiert. "Die Bundesregierung verurteilt diese rücksichtslose Eskalation scharf", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz auf X. "Deutschland steht weiter fest an der Seite der Ukraine."

Außenminister Johann Wadephul erklärte, Russlands "Raketenterror ist schockierend". Der Einsatz des Oreschnik-Raketensystems sei eine weitere Eskalation. "Mich bestärkt das, die beim Nato-Außenministertreffen gemachten Vorschläge konsequent weiterzuverfolgen", fuhr er fort. Nur eine starke Ukraine werde Russlands Präsidenten Wladimir Putin "zum Einlenken bewegen können". Wadephul hatte bei dem Treffen die Nato-Partner aufgefordert, die Ukraine mit weiterer Militärhilfe in Milliardenhöhe zu unterstützen.

Russland hatte Kiew in der Nacht zum Sonntag mit Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Die ganze Nacht über waren immer wieder laute Explosionen zu hören. Moskau bestätigte am Sonntag, die atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt zu haben.

Auch die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verurteilte den Einsatz der Rakete als ein "rücksichtslosen Spiel mit dem Feuer". Russland sei "auf dem Schlachtfeld in eine Sackgasse geraten, also terrorisiert es die Ukraine mit gezielten Angriffen auf Stadtzentren", schrieb Kallas im Onlinedienst X. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron meldete sich ebenfalls zu Wort und verurteilte den Abschuss von Oreschnik-Raketen. Dies zeige die "Sackgasse", in der sich Moskau mit seinem "Angriffskrieg" befinde, schrieb er auf X.

Selenskyj hatte schon am Samstag vor einem Angriff mit Oreschnik-Raketen gewarnt und auf Geheimdienstinformationen verwiesen. Die Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und Ziele in 3000 bis 5500 Kilometern Entfernung erreichen kann. Laut Kreml-Chef Wladimir Putin ist es selbst für moderne Luftabwehrsysteme "unmöglich", die Rakete abzufangen.

Quelle: ntv.de, lno/AFP

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