Politik

Nach vier gemeinsamen JahrenMerz wechselt überraschend seinen Büroleiter aus

05.01.2026, 16:54 Uhr
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Merz arbeitete mehrere Jahre mit Schrot (l.) zusammen. (Foto: picture alliance/dpa)

Er zählt zu den engsten Vertrauten des Kanzlers. Doch nun räumt Jakob Schrot den Posten als Merz' Büroleiter. Einem Bericht zufolge soll der CDU-Chef mit der Wirtschaftsexpertise seines direkten Umfelds unzufrieden sein.

Bundeskanzler Friedrich Merz startet mit einem überraschenden Wechsel an der Spitze seines Büros ins neue Jahr. Merz berief den bisherigen CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier zum Nachfolger des bisherigen Büroleiters Jacob Schrot, wie die Bundesregierung mitteilte. Demnach trennen sich Schrot und Merz nach vier Jahren "im gegenseitigen Einvernehmen". Schrot erklärte, er wolle sich "nach intensiven zehn Jahren in der Bundespolitik (...) neuen beruflichen Herausforderungen stellen". Dem Kanzler wolle er "persönlich eng verbunden bleiben".

Birkenmaier werde zeitnah die Leitung des Kanzlerbüros übernehmen, hieß es weiter. Er ist seit dem 1. Juli 2024 Bundesgeschäftsführer der CDU. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, Birkenmaier verfüge "über langjährige Erfahrung in Regierung, Fraktion und der Partei". Er sei "bestens im politischen Berlin vernetzt".

Der 35-jährige Schrot war ab 2022 zunächst Büroleiter des damaligen Fraktionschefs und Oppositionsführers Merz. Mit dem Regierungswechsel übernahm er den Posten im Kanzleramt und war einer der engsten Vertrauten des Regierungschefs. Die "Bild"-Zeitung schrieb zu der Personalentscheidung, Merz sei unzufrieden mit dem fehlenden Wirtschaftswissen in seinem direkten Umfeld. Demnach sah sich Schrot mehr und mehr als Chefberater für nahezu alle Themen. Dadurch seien viele Informationen nicht zum Kanzler durchgedrungen.

Merz dankte Schrot "für seinen unermüdlichen Einsatz", "seine Loyalität und die herausragende Unterstützung beim Start der neuen Regierung, aber auch in der Zeit der Opposition und im Wahlkampf". Der Kanzler würdigte besonders "seine Leistung beim Aufbau des Nationalen Sicherheitsrats" im Kanzleramt. Merz kündigte an, er wolle die "große persönliche Verbundenheit" mit Schrot "auch künftig pflegen".

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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