Politik

Zwei Polizisten in Belgien verletzt Messerangriff in Brüssel war Terrorattacke

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Am Tatort war noch nach dem Vorfall das zerstörte Messer des Angreifers zu sehen.

(Foto: AP)

Zwei Tage nach der Attacke auf zwei Beamte in Brüssel beschuldigt die Staatsanwaltschaft Hicham D. eines "terroristischen Angriffs". Der mutmaßliche Angreifer soll zudem in einer "terroristischen Gruppe" aktiv sein. Er war den Geheimdiensten bekannt.

Nach seinem Angriff auf zwei Polizisten in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek ist der Täter offiziell des versuchten Mordes durch einen "terroristischen Angriff" beschuldigt worden. Außerdem werde dem 43-jährigen Belgier Hicham D. die "Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Gruppe" zur Last gelegt, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit.

D. wurde in Untersuchungshaft genommen. Auch sein älterer Bruder Aboubaker D. wurde im Zusammenhang mit der Tat vom Mittwoch in Gewahrsam genommen. Der zuständige Anti-Terror-Richter werde am Freitag über eine mögliche Haftverlängerung entscheiden.

Hicham D. hatte zwei Polizisten in Schaerbeek mit einem Messer angegriffen und an Hals und Bauch verletzt. Sie konnten das Krankenhaus aber bereits verlassen. Als weitere Beamte einschritten, erlitt D. eine Schusswunde am Bein. D. setzte sich gegen seine Festnahme zur Wehr und brach dabei einem Polizisten die Nase.

Kurz vor dem Vorfall waren ein Bahnhof in Brüssel sowie die Staatsanwaltschaft der Stadt wegen einer Bombendrohung geräumt worden, die sich später als falscher Alarm herausstellte.

Innenminister informiert Parlament

Der belgische Innenminister Jan Jambon informierte unterdessen das Parlament, dass die Geheimdienste am 19. September als geheim eingestufte Informationen über Hicham D. ausgetauscht hätten. Nach Angaben des Bürgermeisters von Schaerbeek, Bernard Clerfayt, erreichten diese Informationen allerdings nicht die örtliche Polizei. Jambon hob hervor, er habe eine Erklärung dafür verlangt, dass es anscheinend eine Kommunikationspanne gegeben hat.

In Belgien herrscht erhöhte Wachsamkeit, seitdem im März bei islamistischen Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden waren. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte sich zu den Anschlägen bekannt.

Anfang August hatte ein Mann vor einer Polizeiwache im südbelgischen Charleroi zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen. Der Mann rief dabei "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"), bevor ein Polizist ihn niederschoss. Der Angreifer erlag später seinen Verletzungen. Anfang September griff ein Mann zwei Polizisten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mit einem Messer an, die Beamten blieben aber unverletzt.

Quelle: ntv.de, shu/AFP

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