Politik

Minderjährige missbraucht?US-Justizministerium soll Epstein-Dokumente über Trump zurückgehalten haben

24.02.2026, 21:35 Uhr
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Das FBI befragte laut den Demokraten 2019 eine Frau, die Donald Trump "abscheuliche Verbrechen" vorwarf. (Foto: dpa)

US-Präsident Donald Trump lässt kaum eine Gelegenheit aus, um zu erklären, er sei durch die Epstein-Akten vollständig entlastet. Einer Medienrecherche und den Demokraten zufolge wurden allerdings Dokumente über ihn nicht veröffentlicht. Und die könnten es in sich haben.

Das US-Justizministerium soll einige Epstein-Akten zurückgehalten haben, die mit Präsident Donald Trump in Zusammenhang stehen. Einem Bericht des Senders NPR zufolge beziehen sich die Dokumente auf Vorwürfe, der Republikaner habe eine Minderjährige sexuell missbraucht. Der Recherche zufolge sollen zudem einige Akten aus der öffentlichen Datenbank entfernt worden sein, in denen Trump erwähnt wird.

Laut NPR wurden Dokumente trotz eines Gesetzes, das ihre Veröffentlichung vorschreibt, nicht zugänglich gemacht. Dazu sollen mehr als 50 Seiten FBI-Vernehmungen gehören sowie Notizen aus Gesprächen mit einer Frau, die Trump beschuldigte, sie vor Jahrzehnten sexuell missbraucht zu haben, als sie minderjährig war.

Auch die US-Demokraten haben Trump im Visier. Der Abgeordnete Robert Garcia aus dem Ausschuss für Aufsicht und Rechenschaftspflicht des Repräsentantenhauses veröffentlichte eine Erklärung, in der es hieß: "In den letzten Wochen haben die Demokraten im Ausschuss die Bearbeitung von Vorwürfen aus dem Jahr 2019 durch das FBI untersucht, wonach Präsident Donald Trump eine Minderjährige sexuell missbraucht haben soll."

Garcia habe die ungeschwärzten Beweisprotokolle im Justizministerium geprüft, hieß es weiter. "Die Demokraten im Ausschuss für Aufsicht und Rechenschaftspflicht können bestätigen, dass das Justizministerium offenbar illegal FBI-Vernehmungen dieses Opfers zurückgehalten hat, das Präsident Trump abscheuliche Verbrechen vorgeworfen hat. Die Demokraten im Ausschuss werden eine parallele Untersuchung zu diesem Fall einleiten."

Ein weiterer demokratischer Abgeordneter, Ted Lieu, schrieb auf X: "Ich garantiere Ihnen, wenn diese Akten Trump entlastet hätten, wären sie veröffentlicht worden." Er forderte zudem den Rücktritt von Justizministerin Pam Bondi.

Justizministerium lehnt Stellungnahme ab

NPR teilte mit, man habe mehrere Reihen eindeutiger Seriennummern überprüft. Diese sollen vor und nach den betreffenden Seiten erscheinen sowie auf Dokumenten in der Epstein-Akten-Datenbank, in den Fallunterlagen des FBI, in E-Mails und in Verzeichnissen von Beweisunterlagen. Die Untersuchung habe ergeben, dass Dutzende von Seiten offenbar vom Justizministerium katalogisiert, aber nicht öffentlich zugänglich gemacht wurden.

Das Justizministerium lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage des Senders ab. In einer früheren Erklärung hatte die Behörde mitgeteilt, die Epstein-Akten enthielten "unwahre und reißerische Behauptungen" über den Präsidenten. Eine Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, behauptete, Trump habe mehr für Epsteins Opfer getan als jeder vor ihm. "Wie Präsident Trump bereits erklärt hat, ist er in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Epstein vollständig entlastet", sagte Jackson.

Der US-Investor wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Auf seiner Privatinsel Little St. James soll Epstein über Jahre Mädchen sexuell ausgebeutet und sie auch anderen Prominenten zugeführt haben. Er beging laut US-Behörden 2019 im Gefängnis Suizid.

Trump wurde 2023 wegen sexuellen Missbrauchs und Verleumdung der Journalistin E. Jean Carroll verurteilt. Die heute 82-Jährige warf ihm vor, sie im Frühjahr 1996 in der Umkleidekabine eines New Yorker Luxus-Kaufhauses vergewaltigt zu haben. Auch andere Frauen haben Trump in der Vergangenheit sexuelle Angriffe vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, rog

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