Politik

"Mehr Vertrauen, mehr Zutrauen" Mohring beklagt mangelnde Hilfe aus Berlin

9326b2980e18f42d0b44be8801d7ce61.jpg

Mohring gibt kommende Woche seine Ämter im Thüringer CDU-Landesverband auf.

(Foto: dpa)

Thüringens CDU-Chef Mohring tritt kommende Woche von allen Ämtern ab. Nach dem Wahldebakel im Freistaat kritisiert er nochmals die Bundespartei. Parteitagsbeschlüsse stünden mitunter der Realität im Weg. Eine Stärke der Partei sei es auch, den Landesverbänden zu vertrauen.

Thüringens CDU-Landespartei- und Fraktionschef Mike Mohring hat der CDU im Bund mangelnde Unterstützung vorgeworfen. "Manches wäre leichter gewesen, wenn wir aus Berlin mehr Vertrauen und mehr Zutrauen bekommen hätten", sagte er beim politischen Aschermittwoch der Thüringer CDU in Apolda.

Die CDU sei "eine föderale Partei" und aus der Stärke ihrer Landesverbände heraus sei sie eine große Kraft. Mohring sprach von einer "Stärke aus der Tiefe heraus". Man gewinne diese Stärke aber nicht, "wenn wir den Eindruck haben", dass alles in Berlin entschieden werde.

Mit Blick auf den CDU-Parteitagsbeschluss, der Kooperationen mit Linke und AfD verbietet, sagte Mohring, "ihr wisst, dass wir damit gehadert haben, was uns die Bundespartei mit auf den Weg gegeben hat". Zwar sei der Beschluss beim Parteitag Ende 2018 richtig gewesen "und ist es im Grunde auch noch heute". Aber was bringe es, wenn er in bestimmten Realitäten nicht zur Anwendung kommen könne, fragte der 48-Jährige und machte keinen Hehl daraus, dass er es für wichtiger halte, "temporär einen Schritt zu gehen", als an Parteitagsbeschlüssen festzuhalten.

Gleichwohl ließ Mohring keinen Zweifel daran, "es darf zu keiner Zeit eine Zusammenarbeit mit der AfD geben". Die CDU sei der "größte Gegner" der AfD. Ein sichtlich bewegter Mohring will zu Beginn kommender Woche seine Posten an der Spitze der Thüringer CDU-Fraktion und der Landespartei abgeben.

Mohring hat mit Friedrich Merz einen der Kandidaten für den Vorsitz der Bundes-CDU nach Apolda eingeladen. Der Ex-Unionsfraktionschef wurde in der ausverkauften Festhalle der örtlichen Brauerei mit lautem, anhaltenden Applaus der rund 1500 Besucher empfangen. Mohring sagte, man setze auf Merz als Kandidaten. "Unsere CDU in Deutschland braucht einen personellen Neuanfang."

Am 25. April wird es auf einem Sonderparteitag zu einer Kampfabstimmung über die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer kommen. Auch Außenpolitiker Norbert Röttgen und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet haben ihre Kandidatur bekannt gegeben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa