Politik

Trump und die Astronomie Mond oder Mars? Hauptsache Weltall

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Trump beobachtet die Sonnenfinsternis 2017.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich dürften US-Präsident Trump die Pläne der Nasa, Geld mit Weltraumtouristen auf der ISS zu verdienen, um damit zum Mond zu fliegen, gefallen. Seine Kritik kommt überraschend - genau wie sein Verständnis von Astronomie.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat angekündigt, die Weltraumstation ISS im großen Stil für Touristen zu öffnen. Nachdem Trump kürzlich erst noch Milliarden in eine Mondmission investieren wollte, sorgt der US-Präsident jetzt nicht nur mit Kritik an der Organisation für Verwirrung - sondern auch mit seinen Astronomie-Kenntnissen.

"Für all das Geld, das wir ausgeben, sollte die Nasa NICHT darüber reden zum Mond zu fliegen - das haben wir schon vor 50 Jahren gemacht", schrieb Trump auf Twitter. Und er fügt hinzu: "Sie sollten sich darauf konzentrieren, viel größere Dinge zu tun, einschließlich Mars (zu dem der Mond gehört), Verteidigung und Wissenschaft!"

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Trump schien damit dem von seiner eigenen Administration unterstützten Plan zu widersprechen. Dieser sieht vor, auf dem Mond einen Außenposten für eine geplante Mars-Mission zu errichten. Trump selbst hatte die "Space Policy Directive 1" im Dezember 2017 unterschrieben und sie als "das Fundament für eine Mars-Mission" beschrieben.

Kehrtwende nach "Fox"-Beitrag?

Spekulationen in den amerikanischen Medien über die Kehrtwende des Präsidenten sehen eine Sendung auf Trumps Lieblingssender "Fox" als Ursache. Kurz bevor Trump seinen Tweet absetzte, kritisierte "Fox"-Moderator Neil Cavuto die Mond-Pläne. Während einer Diskussion mit Nasa-Finanzchef Jeff DeWitt sagte Cuvoto, man "habe diese Mondsache doch schon vor einigen Jahrzehnten gemacht" und empfahl, man solle sich lieber auf den Mars konzentrieren.

Nasa-Leiter Jim Bridenstine antwortete prompt auf Trumps Tweet: "Wie der Präsident der Vereinigten Staaten sagt, benutzt die Nasa den Mond, um Menschen zum Mars zu schicken!" Zudem verwies er auf unbemannte Missionen, die sich gegenwärtig auf dem Roten Planeten befinden oder auf dem Weg dorthin sind. Möglicherweise bezog sich Trump genau darauf. Schließlich soll der Mond der Nasa als eine Basisstation für spätere Mars-Missionen dienen.

Alles andere als billig

Eigentlich dürfte dem US-Präsidenten Bridenstines Plan für die kommerzielle Nutzung der ISS gefallen: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will Touristen ab 2020 in großem Stil und zu hohen Preisen auf der Raumstation ISS beherbergen. Das soll auch gut für die Steuerbelastung der US-Bürger sein.

Die Vereinigten Staaten tragen den Großteil der Kosten für die ISS von weit mehr als drei Milliarden Euro im Jahr. Die Gesamtkosten für Aufbau und Betrieb belaufen sich nach Schätzungen bereits auf deutlich über 100 Milliarden Euro. Deshalb wird ein Trip zur ISS auch alles andere als billig: Die Kosten liegen demnach bei etwa 35.000 Dollar (knapp 31.000 Euro) - pro Tag und ohne An- und Abreise. Den Transportpreis schätzte Finanzchef DeWit auf mehr als 50 Millionen Dollar.

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Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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