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"Tragen zum Frieden bei" Montenegro kontert Trumps Verbalattacken

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Donald Trump und Montenegros Präsident Dusko Markovic beim Nato-Gipfel 2017 in Brüssel.

(Foto: AP)

Für US-Präsident Donald Trump könnte der Balkanstaat Montenegro ein Auslöser des Dritten Weltkrieges werden, weil es dort "aggressive Menschen" gebe, wie Trump sagt. Die noch junge Republik bleibt gelassen und kontert die Aussagen ganz diplomatisch.

Montenegro hat sich gegen den jüngsten Verbalangriff von US-Präsident Donald Trump gewehrt. Das Land trage "zu Frieden und Stabilität nicht nur auf dem europäischen Kontinent sondern weltweit" bei, erklärte die Regierung in Podgorica. Trump hatte Montenegro in einem Interview als winziges Land mit "sehr aggressiven" Menschen bezeichnet. "Sie könnten aggressiv werden, und schon ist man im Dritten Weltkrieg", so Trump.

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Die montenegrinische Regierung konterte Trumps Spitze diplomatisch und beschwor die guten Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika: "In der heutigen Welt, egal wie groß oder klein man ist, zählt es, wie man die Werte der Freiheit, Solidarität und Demokratie verteidigt." Deshalb seien die Freundschaft und das Bündnis mit den USA "stark und unveräußerlich". Die Regierung wies darauf hin, dass Montenegro "zusammen mit den USA Soldaten in Afghanistan" stelle.

Trump hatte mit seinen Äußerungen erneut Zweifel an seiner Treue zur sogenannten Beistandsgarantie der Nato genährt. Er frage sich, warum die Nato-Partner ein kleines Mitgliedsland wie Montenegro im Fall eines Angriffs verteidigen müssten, sagte Trump im Interview mit dem US-Fernsehsenders Fox News am Dienstagabend.

Der republikanische Senator John McCain warf Trump vor, dem russischen Staatschef Wladimir Putin "direkt in die Hände zu spielen", indem er Montenegro angreife und die Nato-Verpflichtungen der USA in Frage stelle. Die Menschen in Montenegro hätten sich "tapfer" dem russischen Druck widersetzt, um sich zur Demokratie zu bekennen, schrieb McCain, der Trump generell äußerst kritisch gegenübersteht, auf Twitter.

In Montenegro leben rund 660.000 Menschen, das Militär zählt nur wenige tausend Soldaten. Der kleine Balkanstaat machte sich 2006 von Serbien unabhängig. Das kleine Balkanland war im Juni vergangenen Jahres als 29. Mitglied in die Nato aufgenommen worden und hat Verhandlungen mit Brüssel über einen möglichen EU-Beitritt aufgenommen.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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