Politik
Ein Pionier des britischen Slapsticks: Rowan Atkinson alias Mr. Bean.
Ein Pionier des britischen Slapsticks: Rowan Atkinson alias Mr. Bean.(Foto: imago/China Foto Press)
Freitag, 10. August 2018

Ein "ziemlich guter Witz": Mr. Bean verteidigt Johnson in Burka-Affäre

Weil er Burka-Trägerinnen in einer Kolumne mit Briefkästen vergleicht, handelt sich der britische Ex-Außenminister Boris Johnson einen Rüffel von Parteikollegen und Premierministerin Theresa May ein. Komiker Rowan Atkinson alias Mr. Bean sieht die Sache nicht so eng.

Der britische Schauspieler und Komiker Rowan Atkinson (Mr. Bean) hat sich in der Debatte um umstrittene Burka-Äußerungen hinter den ehemaligen Außenminister Boris Johnson gestellt. Johnson steht seit Tagen in der Kritik, weil er Frauen mit Vollverschleierung in seiner wöchentlichen Kolumne im "Telegraph" am Montag mit "Bankräubern" und "Briefkästen" verglichen hatte.

Eckt mit seiner Wortwahl immer wieder an: Boris Johnson.
Eckt mit seiner Wortwahl immer wieder an: Boris Johnson.(Foto: picture alliance/dpa)

Atkinson dagegen findet, Johnson habe mit dem Briefkasten-Vergleich einen "ziemlich guten Witz" gemacht. Er müsse sich daher nicht entschuldigen. "Man sollte sich wirklich nur für einen schlechten Witz entschuldigen", schrieb Atkinson in einem Leserbrief an die "Times". Mit Witzen über Religion stoße man immer jemanden vor den Kopf, daher sei eine Entschuldigung sinnlos.

Seine Kritiker werfen Johnson vor, er habe mit seiner Wortwahl gezielt versucht, Stimmung gegen Muslime zu machen, und wolle sich bei rechtskonservativen Wählern anbiedern. Seine Partei leitete ein Disziplinarverfahren ein, nachdem mehrere Beschwerden eingingen. Im Extremfall droht ihm dabei der Ausschluss aus der Fraktion oder sogar aus der Partei.

Scharfe Kritik an Johnsons Wortwahl

Selbst Premierministerin Theresa May hatte sich den Forderungen nach einer Entschuldigung angeschlossen. "Ich glaube, wir sollten alle mit der Sprache und den Begriffen, die wir verwenden, sehr umsichtig sein", sagte May. Auch weitere konservative Parteikollegen Johnsons kritisierten seine Wortwahl.

Johnson war im Juli im Streit um die Pläne Mays für den EU-Austritt zurückgetreten. Dem ehemaligen Wortführer der Brexit-Kampagne werden Ambitionen auf das Amt des Regierungschefs nachgesagt. Nach einer Umfrage unter Tory-Anhängern von Anfang August ist er der Favorit für die Nachfolge von Premierministerin May.

Quelle: n-tv.de