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Geheimwaffe der Ukraine? Mysteriöses Drohnenboot bei Sewastopol angeschwemmt

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Eines der im Netz verbreiteten Fotos des Drohnenbootes.

(Foto: Twitter)

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Ein angespültes Wasserfahrzeug unweit des russischen Flottenstützpunkts Sewastopol gibt Rätsel auf. Marineexperten vermuten, dass es den ukrainischen Streitkräften gehört. Welchem Zweck das Drohnenboot dient, ist aber unklar.

Ein unbekanntes Drohnenboot ist Berichten zufolge am Strand von Sewastopol auf der Krim angeschwemmt worden. Russischen Beiträgen in den sozialen Netzwerken zufolge soll das unbemannte Wasserfahrzeug am Mittwoch nahe der russischen Marinebasis entdeckt worden sein. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

Im Netz veröffentlichte Fotos zeigen ein flaches, etwa Kajak-großes Boot mit mehreren Sensoren. Das auf Marine-Themen spezialisierte Portal Navalnews spekuliert, dass es sich um ein improvisiertes Boot aus ukrainischer Produktion handeln könnte. Durch die niedrige Höhe dürfte es schwer durch Radar zu orten sein. Aufgrund der Bauform ist das Fahrzeug wahrscheinlich auf Geschwindigkeit ausgelegt.

Bei den Sensoren auf dem Dach handelt es sich dem Portal zufolge um eine Kamera, ein Infrarot-Sichtgerät und eine Flachantenne, offenbar zur Navigation. Die zwei am Bug befestigten Sensoren sind möglicherweise Kontaktzünder. Demzufolge könnte das Boot dazu bestimmt sein, andere Schiffe zu rammen, um dadurch eine Explosion hervorzurufen. Keines der verbreiteten Bilder gewährt ein Blick in das Innere. Möglich, dass sich im Bauch eine Fliegerbombe oder eine Artilleriegranate verbirgt, schreibt die Seite.

Solche als Sprengboote bezeichneten Wasserfahrzeuge sind nicht neu. Bereits im Zweiten Weltkrieg setzten Italien und Japan solche Waffen erfolgreich ein. In den vergangenen Jahren sorgten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen mit Sprengbooten im Roten Meer für Aufsehen. Auch die US-Marine setzt auf unbemannte Wasserfahrzeuge (CUSV genannt). Der nun gemachte Fund wäre allerdings das erste dokumentierte Auftreten eines Sprengbootes im Ukraine-Krieg.

Einer anderen Theorie zufolge könnte es sich auch um ein CUSV für Aufklärungs- und Überwachungsmissionen handeln - vielleicht sogar aus US-Produktion. Laut dem Pentagon erhielt die Ukraine von Washington eine unbekannte Anzahl von Drohnenbooten zur Küstenverteidigung. Auch Polen soll bereits solche Wasserfahrzeuge an Kiew geliefert haben.

Unklar ist, was nach dem Fund mit dem Boot passierte. Navalnews zitiert lokale russische Berichte, wonach es nach einer Inspizierung durch Experten kontrolliert gesprengt wurde.

Quelle: ntv.de

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