Politik
Der erste Spatenstich für das neue Hauptquartier wurde schon 2010 gesetzt.
Der erste Spatenstich für das neue Hauptquartier wurde schon 2010 gesetzt.(Foto: dpa)
Montag, 19. März 2018

1000 Kameras schützen Gebäude: Nato zieht in neues Hauptquartier ein

Seit Jahren fiebert die Nato dem Umzug in ihr neues Hauptquartier in Brüssel entgegen. Nun geht es endlich los - mehr als ein Jahr später als geplant. Das Gebäude könnte noch einmal teurer werden als geplant.

Die Nato startet den Umzug in ihr neues, rund 1,2 Milliarden Euro teures Hauptquartier. Bis sich alle der rund 4000 Mitarbeiter und Diplomaten in dem neuen Gebäude eingerichtet haben, werden laut einem Sprecher voraussichtlich aber rund drei Monate vergehen. So lange soll das alte Hauptquartier des Militärbündnisses voll funktionsfähig bleiben.

Aus der Vogelperspektive erinnert das neue Hauptquartier an ineinander verschränkte Finger.
Aus der Vogelperspektive erinnert das neue Hauptquartier an ineinander verschränkte Finger.(Foto: picture alliance / Michael Moors)

Die neue Nato-Zentrale steht auf einem Gelände in unmittelbarer Nähe des alten Hauptquartiers im Nordosten der belgischen Hauptstadt. Offiziell genutzt wurde sie bislang nur als Veranstaltungsort für den Nato-Gipfel im Mai des vergangenen Jahres. Die Staats- und Regierungschefs hielten damals ihre Beratungen in einem der Konferenzsäale ab.

Eigentlich hatte die Nato den Umzug schon für Anfang 2017 fest vorgesehen - Probleme mit dem neuen IT-System machten den Planern allerdings einen Strich durch die Rechnung. Nach Bündnisangaben wird über die Technik nicht nur die gesamte elektronische Kommunikation, sondern auch die komplette Bewachung des Gebäudes gesteuert. Um das Hauptquartier vor möglichen Terrorangriffen und Cyberattacken zu schützen, wurde ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem entwickelt. Es umfasst unter anderem mehr als 1000 Kameras und Zugangskontrollsysteme mit Iris-Erkennung.

Die Kosten für das Gebäude werden derzeit auf einen Betrag um die 1,17 Milliarden Euro beziffert. Deutschland trägt rund zwölf Prozent der Kosten, was am Ende einem Betrag von mehr als 140 Millionen Euro entsprechen könnte. "Die Endkosten werden erst nach Abschluss des Umzugs beziffert werden können", sagte der Nato-Sprecher. 

Der erste Spatenstich für das neue Gebäude wurde 2010 gesetzt. Es besteht aus acht langen und vier kurzen Flügeln, die durch eine riesige überdachte Halle, die sogenannte Agora verbunden sind. Die Flügel sind dabei so angeordnet, dass sie aus der Vogelperspektive an ineinander verschränkte Finger erinnern. Das Architektur soll für Geschlossenheit und Kooperation stehen - über den Atlantik hinweg.

Quelle: n-tv.de