Politik

Alan Gaglojew siegt bei Wahl Neuer Anführer Südossetiens will Vereinigung mit Russland

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Bei den Wahlen vor fünf Jahren hatte Anatoli Bibilow noch die Nase vor. Nun muss er sich Alan Gaglojew geschlagen geben. (Archivfoto)

(Foto: picture alliance / Anton Podgaiko/AP/dpa)

Südossetien erklärt sich dank russischer Unterstützung 2008 für unabhängig von Georgien. Dem neuen Anführer der Region, Alan Gaglojew, reicht dies offenbar nicht. Er strebt nach der Ablösung des Amtsinhabers die Vereinigung mit Russland an.

Die von der Südkaukasusrepublik Georgien abtrünnige Konfliktregion Südossetien strebt mit einem neuen moskautreuen Anführer weiterhin die Vereinigung mit Russland an. Der 41 Jahre alte Oppositionelle Alan Gaglojew setzte sich bei der international nicht anerkannten Abstimmung gegen Amtsinhaber Anatoli Bibilow durch, wie die Wahlleitung in der Hauptstadt Zchinwali mitteilte.

Das südossetische Volk hege einen jahrhundertealten Traum der Vereinigung mit dem nordossetischen Volk, hatte Gaglojew unlängst in einem Interview gesagt. Demnach könnte sich Südossetien mit der russischen Teilrepublik Nordossetien vereinigen. Voraussetzung sei, dass Russland ebenfalls bereit sei, Südossetien aufzunehmen, sagte er.

Mehr als 53 Prozent stimmen für Gaglojew

Gaglojew hatte sich bei der von Georgien und der EU kritisierten Abstimmung am Sonntag in einer Stichwahl behauptet. Er kam nach Auszählung von mehr als 85 Prozent der Wahlzettel auf 53,67 Prozent der Stimmen. Bibilow räumte seine Niederlage ein. Er erhielt demnach 41,3 Prozent der Stimmen. Zum Urnengang aufgerufen waren rund 39.000 Menschen. Zur Wahlbeteiligung gab es zunächst keine Angaben. Im ersten Wahlgang am 10. April, als fünf Kandidaten im Rennen gewesen waren, wurde die Beteiligung mit knapp 74 Prozent angegeben.

Russland hatte Südossetien 2008 nach einem Krieg gegen Georgien - ebenso wie das Gebiet Abchasien - als unabhängigen Staat anerkannt und Tausende Soldaten in der Region stationiert. Abchasien hingegen plane keinen Beitritt zu Russland, sagte ein Sprecher des dortigen Parlaments. Russland sei zwar ein strategischer und enger Partner, aber Abchasien "laut der Verfassung ein unabhängiges Land".

Quelle: ntv.de, als/dpa

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