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3,15 Millionen Beschäftigte Nie gab es mehr befristete Verträge

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2017 gab es 3,15 Millionen befristete Arbeitsverträge in Deutschland.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im vergangenen Jahr hatte jeder zwölfte Arbeitnehmer in Deutschland einen befristeten Arbeitsvertrag. Bei der Hälfte gibt es keinen Grund dafür. Allerdings bekam knapp die Hälfte danach eine Festanstellung. 2009 war es noch nicht einmal ein Drittel.

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Ihre Zahl stieg 2017 laut einer veröffentlichten Studie auf ein Rekordhoch von rund 3,15 Millionen. Das war jeder Zwölfte aller rund 38 Millionen Beschäftigten, wie aus Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.

Rund die Hälfte wurde ohne sachlichen Grund befristet. Immer öfter erweisen sich die Zeitjobs aber auch als Brücke in eine unbefristete Beschäftigung. Rund 42 Prozent erhielten bei Beendigung des befristeten Vertrages eine feste Anstellung. Im Krisenjahr 2009 seien es knapp 30 Prozent gewesen.

In der Studie wird davor gewarnt, bei der geplanten Eindämmung der Befristung Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen. "Im ungünstigsten Fall hätten einige der betroffenen Arbeitnehmer statt eines befristeten Vertrages keinen Arbeitsvertrag mehr", heißt es darin. Die von der Koalition geplante Regulierung beträfe nach den IAB-Berechnungen zwischen 360.000 und 840.000 sachgrundlos befristete Verträge.

Instrument zur Rekrutierung

Bislang ist offen, wann Arbeitsminister Hubertus Heil einen Gesetzentwurf vorlegt. Er werde dies "innerhalb eines Jahres anpacken", kündigte der SPD-Politiker im Juni an. Arbeitgeber sehen das Vorhaben sehr kritisch, da sie um ihre Flexibilität in der Personalpolitik fürchten. Bei fast jeder zweiten Neueinstellung (43,5 Prozent) wird der Vertrag befristet. Zeitverträge seien ein "relevantes Rekrutierungsinstrument, aber immer seltener ein Instrument zur Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen", heißt es in der Studie.

Im Koalitionsvertrag hatte die SPD durchgesetzt, dass ohne sachlichen Grund befristete Arbeitsverträge künftig nur noch 18 statt 24 Monate dauern dürfen. Innerhalb dieser Zeit soll nur einmal statt dreimal eine Verlängerung möglich sein. Zudem sollen Arbeitgeber mit mehr als 75 Beschäftigten höchstens noch 2,5 Prozent davon sachgrundlos befristet anstellen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte die Länder zuletzt aufgefordert, die sachgrundlose Befristung von Beschäftigten zu beenden.

Das Land Berlin macht den Anfang. Der rot-rot-grüne Senat beschloss, künftig im öffentlichen Dienst und bei Betrieben, an denen das Land mehrheitlich beteiligt ist, keine solchen Arbeitsverträge mehr abzuschließen, wie die Senatsverwaltung für Finanzen mitteilte. Die Landesregierung folgte damit einer Aufforderung des Abgeordnetenhauses vom November 2017.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts

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