Politik
Dienstag, 26. Februar 2002

Hintergrund: Noch fünf zu lebenslang verurteilte RAF-Terroristen in Haft

Nach der Haftentlassung und Begnadigung von Adelheid Schulz befinden sich noch fünf der insgesamt 26 deutschen Linksterroristen in Haft, die seit Mitte der 70er Jahre zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Es sind Rolf-Clemens Wagner, Eva Haule, Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Birgit Hogefeld.

Der zuletzt 1993 vom Oberlandesgericht Frankfurt verurteilte Wagner war unter anderem an der Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns-Martin Schleyer beteiligt. Klar und Mohnhaupt wurden 1985 wegen Beteiligung an neun Morden und mehreren Mordversuchen verurteilt. Haule erhielt 1994 in Frankfurt lebenslänglich. Die 1996 wegen Beteiligung an drei Morden verurteilte Hogefeld kann wegen der vom Gericht festgestellten besonderen Schwere der Schuld nicht mit einer vorzeitigen Entlassung nach 15 Jahren rechnen. Ähnliches gilt für Christian Klar, der eine Entlassung nicht vor 2009 erwarten kann.

Drei "Lebenslängliche" begingen in der Haft Selbstmord: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe am 18. Oktober 1977. Fünf andere wurden von 1988 bis 1994 begnadigt: Klaus Jünschke, Manfred Grashof, Verena Becker, Angelika Speitel und Bernhard Rössner.

Der erste Lebenslängliche, dessen Strafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, war 1992 Günter Sonnenberg. Es folgten seit 1994 Irmgard Möller, Christine Kuby, Lutz Taufer, Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts, Hanna Krabbe, Peter-Jürgen Boock, Helmut Pohl und Stefan Wisniewski. Zuletzt wurden am 5. Mai 1999 Sieglinde Hofmann und am 24. Oktober 2001 Rolf Heißler vorzeitig aus der Haft entlassen.

Quelle: n-tv.de