Politik

Offenbar Wachposten beschossen Nord- und Südkorea liefern sich Grenzgefecht

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In der Grenzstadt Cheorwon (hier im Jahr 2018) hat es offenbar einen Schusswechsel zwischen nord- und südkoreanischen Militärs gegeben.

(Foto: REUTERS)

Noch immer befinden sich Nord- und Südkorea formal im Kriegszustand. Regelmäßig kommt es zu militärischen Zwischenfällen in der Region. Nun hat es laut einem Bericht einen Schusswechsel zwischen beiden Staaten gegeben.

An der Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea ist es nach Angaben der südkoreanischen Regierung in Seoul zu einem Schusswechsel gekommen. Mehrere Geschosse aus Nordkorea hätten einen südkoreanischen Grenzkontrollposten innerhalb der vier Kilometer breiten militärischen Pufferzone getroffen, erklärte der Vereinigte Generalstab in Seoul. Die südkoreanische Armee habe darauf mit zwei Gewehrsalven und einer formalen Warnung gemäß den beiderseitigen Vereinbarungen reagiert.

Die ersten Schüsse hätten den Wachposten demnach in der Grenzstadt Cheorwon am Sonntagmorgen getroffen. Tote, Verletzte oder andere Schäden gab es den Angaben zufolge auf südkoreanischer Seite nicht. Ob es auf nordkoreanischem Boden Verletzte gab, ist unklar. Über die innerkoreanischen Kommunikationskanäle solle versucht werden, sich ein genaueres Bild von der Situation zu verschaffen und weitere Zwischenfälle zu vermeiden, hieß es aus Seoul. Südkoreas Militär sei unterdessen in der nötigen Bereitschaftsstellung.

Der Zwischenfall im mittleren Abschnitt der demilitarisierten Zone (DMZ) bei Cheorwon ereignete sich einen Tag, nachdem Nordkoreas Staatsmedien von einem ersten öffentlichen Auftritt des Machthabers Kim Jong Un seit längerer Zeit berichtet hatten. Eine knapp drei Wochen lange Abwesenheit Kims hatte Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und Fragen über die Lage in dem abgeschotteten Land ausgelöst.

Streng bewachte Grenzregion

Süd- und Nordkorea befinden sich bis heute völkerrechtlich im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die DMZ trennt die beiden Länder seit ihrem Bruderkrieg auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.

An der See- und Landesgrenze zwischen den beiden Ländern ist es in der Vergangenheit häufig zu Zwischenfällen gekommen. Doch hatten sich Süd- und Nordkorea vor zwei Jahren auf neue Maßnahmen zur militärischen Entspannung geeinigt. Als Teil der Abmachungen hatten sie im Grenzgebiet mehrere Grenzkontrollposten aufgelöst.

Patrouillen innerhalb des Gebiets sind erlaubt, dabei dürfen die Soldaten aber nicht die Demarkationslinie, also die Grenze zwischen beiden Ländern, überschreiten. Die unmittelbar an die entmilitarisierte Zone angrenzenden Gebiete zählen zu den am strengsten bewachten Gebieten weltweit.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/dpa