Zahlen widerlegen US-RegierungNur kleiner Teil der ICE-Festnahmen wegen Gewaltverbrechen

US-Präsident Trump behauptet, dass seine Einwanderungsbehörden vorwiegend gegen die "Schlimmsten der Schlimmen" vorgehen würden. Interne Zahlen des US-Heimatschutzministeriums lassen jedoch Zweifel an dieser Darstellung zu.
Weniger als 14 Prozent der fast 400.000 Migranten, die im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump von der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE festgenommen worden sind, waren wegen Gewaltdelikten angeklagt oder verurteilt. Dies geht aus einem internen Dokument des US-Heimatschutzministeriums hervor, über das der Sender CBS News berichtet.
Dem Bericht zufolge widerlegen die Zahlen die häufigen Behauptungen der Trump-Regierung, dass ihre Maßnahmen gegen illegale Einwanderer in erster Linie auf gefährliche und gewalttätige Kriminelle abzielten, die ohne Aufenthaltserlaubnis in den USA leben.
Laut CBS News zeigt die Statistik, dass die ICE-Behörde die Zahl der Festnahmen seit Trumps Rückkehr ins Amt drastisch erhöht hat. Fast 60 Prozent der im vergangenen Jahr von ICE festgenommenen Personen seien zwar strafrechtlich angeklagt oder verurteilt gewesen. Bei dieser Personengruppe handelt es sich demnach jedoch mehrheitlich nicht um Gewaltverbrecher.
Vier von zehn Festgenommenen ohne Vorstrafen
"Während beispielsweise Trump und seine Berater oft davon sprechen, dass Einwanderungsbeamte gezielt gegen Mörder, Vergewaltiger und Gangster vorgehen, zeigen interne Daten, dass weniger als zwei Prozent der im vergangenen Jahr von ICE festgenommenen Personen wegen Mordes oder sexueller Übergriffe angeklagt oder verurteilt worden waren", schreibt der Nachrichtensender. Weitere zwei Prozent seien beschuldigt gewesen, Gangmitglieder zu sein.
Den Angaben zufolge hatten fast 40 Prozent aller Personen, die in Trumps erstem Amtsjahr von ICE festgenommen wurden, keinerlei Vorstrafen und seien lediglich wegen zivilrechtlicher Einwanderungsdelikte angeklagt gewesen. Dazu gehören etwa der illegale Aufenthalt in den USA oder die Überschreitung der erlaubten Aufenthaltsdauer im Land.
Die Migrationspolitik der Trump-Regierung hat in den vergangenen Monaten zunehmend an Zustimmung in der US-Bevölkerung verloren. Das liegt vor allem an dem teilweise brutalen Vorgehen von Einsatzkräften der ICE-Behörde gegen Migranten und Demonstranten. Nach den tödlichen Schüssen auf die beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti durch Bundesbeamte weiteten sich Empörung und Proteste zuletzt aus.