Politik

Kritik an Grundschulfinanzierung OECD lobt frühkindliche Bildung

123333054.jpg

"Das finanzielle Engagement in diesem Bereich ist klar zu begrüßen", urteilt die OECD zum deutschen System frühkindlicher Bildung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Regelmäßig untersucht die OECD die Bildungssysteme ihrer Mitglieder. Die Ausweitung der Betreuungsangebote in Kitas in Deutschland loben die Experten ausdrücklich. Doch sie finden kritische Worte in anderen Bereichen. So liegt das Lohngefälle zwischen Akademikern und anderen deutlich über dem Schnitt.

Das deutsche Bildungssystem bekommt im internationalen Vergleich gute Noten in den Bereichen frühkindliche Bildung und höhere Abschlüsse. Deutschland investiere mehr in frühkindliche Bildung pro Kind als der Durchschnitt der OECD-Länder, heißt es im Ländervergleich der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). "Das finanzielle Engagement in diesem Bereich ist klar zu begrüßen", sagte Vize-Generalsekretär Ludger Schuknecht. Positiv entwickelt hat sich der Studie zufolge auch der Bereich höhere Abschlüsse: 2018 hatte jeder dritte junge Erwachsene in Deutschland einen Hochschul- oder Fachschulabschluss, zehn Jahre zuvor war es nur jeder Vierte.

Dagegen kritisiert die OECD die Finanzierung der Grundschulen in Deutschland: Insbesondere dort, wo am ehesten Bildungsnachteile ausgeglichen werden könnten, seien die Investitionen in Deutschland vergleichsweise niedrig, heißt es bei der OECD.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek von der CDU verwies auch darauf, dass Deutschland in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) vorne liege. Gut jeder dritte Absolvent mit einem höheren Abschluss hat dem OECD-Bericht zufolge ein Mint-Studium in der Tasche, im OECD-Schnitt ist es nur jeder vierte.

Außerdem haben sich der Studie zufolge die Beschäftigungschancen von Erwachsenen mit klassischer Berufsausbildung in den vergangenen zehn Jahren deutlich erhöht. Ihre Beschäftigungsquote sei von 78 auf 84 Prozent gestiegen. In den Industriestaaten insgesamt sei der Anteil in diesem Zeitraum dagegen von 79 auf 78 Prozent gesunken. Die Beschäftigungsquote von Erwachsenen in Deutschland mit einem sogenannten Tertiärabschluss - vor allem Hochschulabsolventen - stagnierte dagegen bei 88 Prozent.

Verdienstgefälle in Deutschland höher als im OECD-Schnitt

Trotz der verbesserten Jobchancen verdienen Erwachsene ohne Hochschulabschluss deutlich weniger: Sie bekommen in Deutschland 39 Prozent weniger als Personen mit einem Bachelor-Abschluss. Im OECD-Schnitt ist das Verdienstgefälle mit 31 Prozent nicht so stark ausgeprägt. In Deutschland stellen Frauen etwa 50 Prozent der Studienanfänger in Bachelorstudiengängen. In längeren Studiengängen, in denen ein Master als Erstabschluss erworben wird, sind es sogar mehr als 60 Prozent.

Dennoch verdienen Frauen weniger als Männer: "Das Verdienstgefälle ist in Deutschland auf höheren Bildungsstufen größer als im Durchschnitt der OECD-Länder, insbesondere unter den 35- bis 44-Jährigen", heißt es. Demnach beziehen sie im Schnitt nur 72 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. "Insbesondere Frauen studieren und arbeiten häufig in Bereichen, in denen das Arbeitsentgelt möglicherweise geringer ist und entscheiden sich zudem für Teilzeitarbeit, was zu einem verzögerten Gehaltsanstieg in ihrer beruflichen Karriere führen dürfte", erklärte die OECD. 31 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit Hochschulabschluss arbeiteten 2017 in Deutschland Teilzeit, während es im Durchschnitt der OECD-Länder nur 24 Prozent waren.

In dem Bericht werden die Bildungssysteme und Bildungsausgaben der 36 OECD-Länder und zehn weiterer Länder miteinander verglichen.

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa/rts

Mehr zum Thema