Politik

Infektionszahlen steigen rasant Österreich bereitet Lockdown für Ungeimpfte vor

263959297.jpg

Ungeimpfte könnten in Österreich schon bald ihre Wohnungen nur noch in Ausnahmefällen verlassen.

(Foto: picture alliance / Roland Mühlanger / picturedesk.com)

Keine Zeit verlieren - das ist das Motto beim Kampf gegen die vierte Corona-Welle in Österreich. Der Lockdown für Ungeimpfte soll schon morgen beschlossene Sache sein. Laut Bericht unterstützt die Mehrheit der Länder den drastischen Schritt.

Österreich will den geplanten Lockdown für Ungeimpfte nach derzeitigen Plänen bereits am Sonntag um Mitternacht in Kraft setzen. Er soll vorerst bis 24. November gelten, geht aus einem Entwurf der Verordnung vor, die der Nachrichtenagentur APA vorliegt. Die Maßnahmen seien nötig zur "Verhinderung eines Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung". Die Regierung wollte mit den Bundesländern am Sonntag über die Pläne beraten.

Es zeichnete sich im Vorfeld bereits eine breite Zustimmung ab. Ein Ausschuss des Nationalrats sollte am Sonntagabend über die Verordnung entscheiden. Dies gilt als Formsache. Nach dem Entwurf dürfen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, ihre Wohnungen im ganzen Land nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Dazu gehören notwendige Besorgungen, den Weg zur Arbeit, Ausgänge zur körperlichen und psychischen Erholung und zur "Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse". Für Kinder unter zwölf Jahren soll das nicht gelten.

"Müssen an einem Strang ziehen"

Am heutigen Samstag erreichten die gemeldeten Corona-Neuansteckungen in Österreich wieder einen Rekord: Innerhalb eines Tages wurden mehr als 13.000 Infektionen verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg auf 814,6. Erst Anfang der Woche hatte Österreich angesichts stark steigender Zahlen die 2G-Regel für Lokale, Tourismus, Veranstaltungen und Sport eingeführt. Damit haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt.

"Wir müssen an einem Strang ziehen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen", sagte der Landeshauptmann (Ministerpräsident) der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, der APA. Es sei vernünftig, bundeseinheitlich zu handeln, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. "Die mangelnde Impfbereitschaft einiger darf nicht zu Einschränkungen aller führen."

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig unterstützte die Pläne ebenfalls. Salzburg und Oberösterreich stehen ebenfalls dahinter, Kärnten und Vorarlberg wollen das Treffen noch abwarten.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sagte als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, er orte bei den anderen Landeshauptleuten Zustimmung für einen Lockdown für Ungeimpfte. Einzig der Vertreter des Burgenlandes blieb skeptisch. Die Frage sei, wie ein "Lockdown für Ungeimpfte" in der Praxis funktionieren solle und wie man ihn erklären könne, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil der APA.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen