Politik

"Sein Leugnen war tödlich" Pelosi erhebt schwere Vorwürfe gegen Trump

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Die Corona-Welle rollt in den USA erst richtig an.

(Foto: dpa)

Noch vor einem Monat tat US-Präsident Trump das Coronavirus als Scherz ab, der den USA nichts anhaben könne. Inzwischen melden die Vereinigten Staaten die meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit - und die Opposition sieht dafür die Schuld im Weißen Haus.

Die führende US-Demokratin Nancy Pelosi hat Präsident Donald Trump in der Corona-Krise schwere Vorwürfe gemacht. "Sein Leugnen am Anfang war tödlich", sagte die Sprecherin des Repräsentantenhauses im Fernsehsender CNN. Die Oppositionspolitikerin warnte davor, wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren, und mahnte, dass alles getan werden müsse, um weitere Tote zu verhindern. "Während der Präsident herumtrödelt, sterben Menschen. Wir müssen einfach jede Vorsichtsmaßnahme ergreifen."

Die USA sind mittlerweile das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit: die Johns-Hopkins-Universität verzeichnet am Sonntagabend fast 137.000. Mehr als 2400 Menschen starben demnach bereits.

Trump hatte das Virus noch bis vor einem Monat als einen Scherz abgetan, der den USA nichts anhaben könne. Seither muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Epidemie das Land wegen verschleppter Vorbereitungen kalt erwischt hat. Experten gehen von einer dramatischen Verschlechterung der Lage aus, bevor man mit einer Beruhigung rechnen kann. Trump ist dazu übergegangen, von einem "unsichtbaren Feind" zu sprechen, der viele Länder der Welt angegriffen habe.

Virus hat New York im Griff

Inzwischen breitet sich das Virus in Großstädten wie Chicago und New Orleans rasant aus, besonders besorgniserregend ist die Lage im Bundesstaat New York. Hier erhöhte sich die Zahl der Infektionen um 7195 auf 59.513. Die Zahl der Todesopfer stieg innerhalb von 24 Stunden um 237 auf 965. Die Präsidentschafts-Vorwahlen wurden deshalb bereits auf Juni verschoben.

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New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schlug angesichts knapp werdender medizinischer Ausrüstung Alarm. Er könne den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren, sagte er dem Sender CNN. Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und dringend benötigte Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Personal.

Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung, so de Blasio. "Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/rts