Politik
Poggenburg war im März als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten.
Poggenburg war im März als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten.(Foto: picture alliance / Klaus-Dietmar)
Freitag, 10. August 2018

"Keine 'Partei in der Partei'": Poggenburg verlässt rechten AfD-"Flügel"

In der AfD könnte sich der rechte Flügel zu einer "Partei in der Partei" entwickeln. Das macht dem AfD-Politiker Poggenburg Sorgen, er will, dass es bei der bisherigen lockeren Struktur bleibt. Deshalb überlässt er jetzt Thüringens AfD-Chef Höcke das Feld.

Der frühere AfD-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, sorgt sich um strukturelle Veränderungen innerhalb einer rechtsnationalen Gruppierung der Partei, dem sogenannten "Flügel." Organisatorischen Veränderungen wie der Gründung eines "Flügel-Vereins" stehe er aus vielerlei Gründen sehr skeptisch gegenüber, sagte Poggenburg der "Welt". "Lange Zeit galt für uns, der 'Flügel' bleibt einfach eine Gemeinschaft und ein Netzwerk Gleichgesinnter, aber ohne Satzung und Statuten. Ich möchte keine 'Partei in der Partei'."

Der "Flügel" ist ein informelles, gut organisiertes Bündnis von Rechtsnationalen in der AfD. Ins Leben gerufen wurde die Gruppierung im März 2015 von Poggenburg und Thüringens AfD-Chef Björn Höcke. Seitdem galten die beiden als enge Vertraute.

Poggenburg sagte der "Welt", es habe sich im letzten Jahr zudem zusehends die Zusammensetzung der Leitung beziehungsweise des inneren Kerns des "Flügels" verändert und erweitert, "verbunden mit Einflussnahme völlig neuer Beteiligter und großer Vertrauenseinbuße auf dieser Ebene." Der Ex-Landeschef weiter: "Diese Veränderungen möchte ich mit meinem Namen nicht länger quittieren, das ist einfach eine grundlegende Sache der eigenen Überzeugung und Glaubwürdigkeit."

Dem Bericht zufolge hatte sich Poggenburg vor einer Woche auf internen Druck aus der Führung des "Flügels" zurückgezogen. Nach mehreren umstrittenen Reden war Poggenburg im März auf internen Druck bereits von der Doppelfunktion als Partei- und Fraktionschef in Sachsen-Anhalt zurückgetreten. An seiner Spitzenposition im "Flügel" hatte der 43-Jährige hingegen festgehalten und zuletzt Mitte Juni als Chef-Organisator ein abgeschottetes "Flügel"-Treffen im Süden Sachsen-Anhalts mit 1000 Teilnehmern organisiert.

"Der 'Flügel' ist nun somit ein reiner Höcke-'Flügel', das mag man begrüßen oder auch nicht", so Poggenburg. "Unterm Strich muss ich festhalten, dass wir zuerst einmal alle Mitglieder unserer Partei, der Alternative für Deutschland, sind, und das Denken in verschiedenen Flügeln und Lagern bei manchem Vertreter destruktiv überhandnahm."

Quelle: n-tv.de