Politik

Regierung meldet Putschversuch Politiker und Militärs in Äthiopien getötet

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Regierungschef Abiy Ahmed ist seit April 2018 an der Macht.

(Foto: REUTERS)

Regionalpolitiker und ein Armeechef sind in Äthiopien offenbar einem politischen Attentat zum Opfer gefallen. Die Regierung in Addis Abeba meldet mehrere Tote. Der mutmaßliche Drahtzieher ist flüchtig.

Äthiopien ist von tödlichen Anschlägen auf hochrangige Politiker und Armeeangehörige erschüttert worden. Hintergrund ist nach Angaben einer Regierungssprecherin ein Putschversuch in der Region Amhara. Der dortige Regionalpräsident Ambachew Mekonnen sowie ein weiterer hochrangiger Regionalvertreter seien getötet worden. Der Gewaltausbruch bedeutet auch einen Rückschlag für den reformorientierten Präsidenten Abiy Ahmed, der den Putschversuch via Twitter verurteilte.

Wenige Stunden nach den Morden in Amhara wurde der Regierungssprecherin zufolge, in der Hauptstadt Addis Abeba Generalstabschef Seare Mekonnen von seinem Leibwächter erschossen. Auch ein pensionierter General, der Seare in seinem Haus besuchte, fiel demnach dem Attentat zum Opfer.

Der Sprecherin zufolge handelt es sich um einen "koordinierten Angriff", den Amharas Sicherheitschef Asaminew Tsige zu verantworten habe. Dieser habe am Samstagnachmittag mit einem bewaffneten Kommando ein Treffen der führenden Regionalvertreter attackiert. Am Abend dann wurde der Generalstabschef getötet. Sein Leibwächter wurde Berichten zufolge als Tatverdächtiger festgenommen. Amharas Sicherheitschef sei dagegen noch auf der Flucht, hieß es.

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Die Faktenlage ist, von den Regierungsinformationen abgesehen, unübersichtlich. Bewohner der Hauptstadt der Region, Bahir Dar, hatten zuvor von Schüssen berichtet. Im Fernsehen sprach Abiy Ahmed, in Militäruniform gekleidet, von "mehreren Toten". Der "BBC" zufolge könnte das Internet im Land abgeschaltet worden sein. Das US-Außenministerium meldete auf Twitter Berichte, wonach auch in Addis Abeba Schüsse gefallen seien. US-Botschaftsangestellte wurden dazu aufgefordert, Schutz zu suchen.

Amhara ist eine von neun autonomen Regionen im Vielvölkerstaat Äthiopien. In dem Land herrschen etliche Spannungen und Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen. Äthiopien wurde lange autoritär regiert. Seitdem Abiy im April 2018 an die Macht kam, hat er etliche Reformen eingeleitet, unter anderem die Freilassung politischer Gefangener und den Friedensschluss mit dem Langzeit-Rivalen Eritrea. Allerdings konnte er Experten zufolge viele der Konflikte im Land noch nicht befrieden.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa

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