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Ein Ermittler in Schutzanzug untersucht das Gebiet der Rollestone Street in Amesbury.
Ein Ermittler in Schutzanzug untersucht das Gebiet der Rollestone Street in Amesbury.(Foto: dpa)
Freitag, 13. Juli 2018

Nervengift in Großbritannien: Polizei findet Nowitschok-Behälter

Eine Frau im englischen Amesbury stirbt nach einem Kontakt mit dem Nervengift Nowitschok. Nun weiß die Polizei, worin sich die Substanz befand. Gibt es einen Zusammenhang zum Fall Skripal?

Die britische Polizei hat den Behälter gefunden, durch den ein Mann und eine Frau mit dem Nervengift Nowitschok in Kontakt kamen. Die Frau war am Sonntagabend an den Folgen der Vergiftung gestorben. Ermittelt wird in dem Fall wegen Mordes. Der Mann liegt in einem Krankenhaus, er ist außer Lebensgefahr.

Scotland Yard teilte mit, es handele sich um eine kleine Flasche, die am Mittwoch im Haus des Mannes in Amesbury gefunden worden war. Tests hätten ergeben, dass es sich beim Inhalt der Flasche um das Nervengift Nowitschok gehandelt hat. Unklar ist, wie der Behälter in das Haus des Mannes gelangte.

Nun soll nach Angaben von Scotland Yard festgestellt werden, ob das Gift aus derselben Quelle stammt wie die Substanz, mit der der russische Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia im März in Salisbury vergiftet worden waren. Die Stadt liegt nicht weit von Amesbury entfernt. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die beiden Fälle in einem Zusammenhang miteinander stehen. Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren vor vier Monaten bewusstlos auf einer Parkbank im benachbarten Salisbury entdeckt worden. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort.

London bezichtigt Moskau, Drahtzieher des Anschlags auf die Skripals gewesen zu sein. Sollte sich eine Verbindung zwischen den beiden Fällen nachweisen lassen, würde das die Spannungen zwischen London und Moskau weiter erhöhen. Die britische Premierministerin Theresa May hatte US-Präsident Donald Trump in dieser Woche gebeten, das Thema bei seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag in Helsinki anzusprechen. Ungewiss ist, ob Trump der Aufforderung folgen wird.

Keine Entwarnung für Bevölkerung

Nowitschok wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt, später wurde damit auch in anderen Ländern experimentiert. Der Kreml bestreitet jegliche Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. Mehr als zwei Dutzend Länder wiesen russische Diplomaten aus. Russland reagierte ebenfalls mit Ausweisungen.

Die nationale Gesundheitsbehörde in England hatte die Bevölkerung in Amesbury und Salisbury erst vor wenigen Tagen aufgefordert, keine unbekannten Gegenstände vom Boden aufzuheben. Die Polizei gab noch keine Entwarnung, "Wir können nicht garantieren, dass nicht noch mehr von der Substanz übrig geblieben ist", sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei hatte sechs Areale in Amesbury und im 13 Kilometer entfernten Salisbury abgesperrt, in denen sich das Paar kurz vor den ersten Symptomen aufhielt. Dazu zählen eine Apotheke, eine Kirche und das Wohnhaus des 45-Jährigen. Das Hostel, in dem seine Freundin lebte, wurde evakuiert.

Die 44-jährige Frau aus Salisbury war am Sonntagabend im Krankenhaus gestorben. Ihr 45-jähriger Lebensgefährte ist mittlerweile wieder ansprechbar und konnte von der Polizei befragt werden. Er befindet sich nach Angaben der Polizei in einem stabilen, aber ernsten Zustand.

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Quelle: n-tv.de