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Gibt weiteren Verdächtigen Polizei glaubt an mehrere Drohmail-Verfasser

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Im März evakuierte die Polizei den Bahnhof von Lübeck nach einer Drohmail.

(Foto: picture alliance/dpa)

Kurz nachdem die Polizei im Fall der rechtsextremistischen Drohmails einen Verdächtigen ausfindig machte, taucht ein neues Schreiben auf. Die Ermittler vermuten nun, dass es mehr als einen Täter gibt - vielleicht sogar ein ganzes Netzwerk.

Die bundesweit verschickten Mails mit rechtsextremistischem Inhalt sollen nach Erkenntnissen der Berliner Staatsanwaltschaft von mindestens zwei Verdächtigen stammen. Nachdem in der vergangenen Woche ein mutmaßlicher Täter in Schleswig-Holstein gefasst wurde, gebe es jetzt einen weiteren Verdächtigen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt, Martin Steltner. Er bestätigte eine neue Drohmail, die sich gegen die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers richtet und auf eine angebliche Gruppe "Staatsstreichorchester" zurückgehen soll.

"Diese Mail ist uns bekannt, wir nehmen sie sehr ernst und gehen dem mit Hochdruck nach." Ob eine oder mehrere konkrete verdächtige Personen des "Staatsstreichorchesters" bekannt sind, ist unklar.   

Laut Sender RBB liegt die neue Mail dem ARD-Magazin "Kontraste" vor. "Sie möchten sicher nicht, dass eines Tages Frau Generalstaatsanwältin Margarete Koppers etwas zustößt, oder?", zitierte daraus der RBB. Die angebliche Gruppe "Staatsstreichorchester" fordere darin 100 Millionen Euro in der Kryptowährung "Monero". Anderenfalls werde eine neue Terrorgruppe entstehen. "Wir werden alles daran setzen, dass es bald wieder Pogrome in diesem Land gibt und dass sich kein Jude, Moslem (...) oder auch linke Journalisten und Politiker sicher fühlen", heißt es demnach in dem Schreiben.

Netzwerk mit mehr als 200 Drohmails

Das "Staatsstreichorchester" sei aus anderen Mails bekannt, sagte Sprecher Steltner. Ob es einen Zusammenhang zwischen der möglichen Gruppierung und dem Mann gibt, der seit Samstag in Schleswig-Holstein in Untersuchungshaft sitzt, sei Gegenstand der Ermittlungen. Dieser Verdächtige, zu dem weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit mitgeteilt wurden, soll in eine Haftanstalt in der Hauptstadt überführt werden. Wann, ist noch unklar.  Berlin hat die Federführung bei den Ermittlungen. Es geht laut Staatsanwaltschaft um die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten.

Bisher war die Staatsanwaltschaft von einem allein handelnden Mann ausgegangen. Ein in der neuen Mail ebenfalls angesprochener Kölner Rechtsanwalt sagte dem Magazin "Kontraste", er gehe von einem Netzwerk hinter den mehr als 200 bekannten Drohmails aus. Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am vergangenen Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Laut Staatsanwaltschaft gab es bei gefundenem Schriftmaterial Indizien, "dass der Mann sich möglicherweise kundig gemacht hat, wie man eine Bombe baut", hatte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gesagt. 

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichnet gewesen. Sie gingen nach den Angaben an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße. Mehrfach wurden Rathäuser, Hauptbahnhöfe, ein Finanzamt und auch ein Kindergarten evakuiert. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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