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Angriffe mit Pflastersteinen Polizei stürmt Ankerzentrum in Bamberg

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Die Polizei geht mit einem Großaufgebot gegen die Ausschreitungen im Bamberger Ankerzentrum vor.

dpa

Der nächtliche Großeinsatz in einem Ankerzentrum hinterlässt fast ein Dutzend Verletzte und gravierende Schäden: Nur mit einem massiven Polizeiaufgebot können die Behörden in Bamberg die Krawalle in der Sammelunterkunft für Asylbewerber eindämmen.

Bei einem nächtlichen Polizeieinsatz im Bamberger Ankerzentrum für Flüchtlinge ist es zu tumultartigen Szenen gekommen. Elf Menschen wurden dabei verletzt. Neun in dem Zentrum lebende Menschen seien festgenommen worden, teilte das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Bei dem Vorfall kam es außerdem zu einem Brand in der Einrichtung. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

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Verstärkung durch Spezialeinsatzkräfte: Bei der Festnahme gibt es Verletzte und einen hohen Sachschaden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Den Ablauf der Ereignisse schildert die Polizei so: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, die Hinweisen auf eine Ruhestörung nachgingen, wurden von Bewohnern des Ankerzentrums attackiert. Daraufhin eskalierte die Lage: Mehrere Männer verbarrikadierten sich in der Einrichtung. Erste eintreffende Polizisten wurden unter anderem mit Pflastersteinen beworfen. Es kam zu einem Brand.

Die Einsatzleitung beorderte daraufhin insgesamt rund hundert Polizisten zu der Unterkunft. Verstärkung kam aus den Dienststellen der Stadt und der Umgebung. Spezialeinsatzkräfte wurden angefordert, um den Gewalttätern Einhalt zu gebieten. Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Unter dem massiven Schutz der Polizei konnte die Feuerwehr den entstandenen Brand löschen. Acht Personen konnten sofort festgenommen werden. Ein weiterer Mann musste von den Spezialeinsatzkräften überwältigt werden. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, schwerer Brandstiftung und weiterer Delikte gegen die Festgenommenen ein.

Von den insgesamt elf Verletzten erlitten neun Personen eine Rauchgasvergiftung. Außerdem sei der von Spezialeinsatzkräften festgenommene Bewohner sowie ein Polizist verletzt worden. Für die Anwohner rund um das Ankerzentrum, das in einer früheren US-Kaserne untergebracht ist, entwickelt sich das Konzept einer Sammelunterbringung von Asylbewerbern damit zunehmend zur Belastung.

Erst vor wenigen Wochen war es in einem der Gebäude der Anlage zu einem Großbrand gekommen, bei dem zeitweise der gesamte Dachstuhl eines Wohnheims in Flammen stand. Keiner der 150 Bewohner des Hauses wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte. Auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Der Schaden lag damals ersten Schätzungen der Polizei zufolge bei etwa zwei Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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