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Feuer in Flüchtlingsunterkunft Großbrand verwüstet Ankerzentrum

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Schwierige Löscharbeiten: Das "Ankerzentrum" in Bamberg nutzt ehemals vom US-Militär errichtete Gebäude.

(Foto: dpa)

Feueralarm in einer Flüchtlingsunterkunft: Über der Aufnahmestelle für Asylbewerber in Bamberg - einem der sieben sogenannten Ankerzentren in Bayern - steigen dunkle Rauchwolken auf. Der Dachstuhl eines Wohnblocks steht in Flammen.

Auf dem Gelände einer früheren US-Kaserne ist im sogenannten Ankerzentrum für Flüchtlinge ein Großbrand ausgebrochen. Der Dachstuhl eines Wohnblocks ging in Flammen auf. Das Gebäude wurde komplett geräumt. Keiner der 150 Bewohner des Hauses wurde verletzt, wie die Polizei mitteilte. Auch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes konnten sich rechtzeitig ins Freie retten.

Drei Feuerwehrmänner erlitten bei dem Einsatz leichte Verletzungen. Der Schaden liegt nach Schätzungen der Polizei bei etwa zwei Millionen Euro. Nach ersten Erkenntnissen gebe es bislang keine Anzeichen dafür, dass der Brand durch Einwirkung von außen entstanden sein könnte, hieß es von der Polizei.

In der Einrichtung ist es bereits der zweite Brand innerhalb weniger Monate. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Auf die Frage, ob der Brandschutz in den Einrichtungen verbessert werden müsste, antwortete er, dass zunächst die Ermittlungsergebnisse abwarten zu wollen. Zunächst müssten die "Tatsachen sorgfältig analysiert werden", bevor etwaige Konsequenzen gezogen werden könnten. Der Brand sei allem Anschein nach außerhalb des bewohnten Bereichs im leeren Dachstuhl ausgebrochen.

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Der erste Notruf seien gegen 12.58 Uhr eingegangen, teilte die Polizei mit. Ein vorbeifahrender Autofahrer habe das Feuer bemerkt und die Behörden alarmiert. In dem dreistöckigen Gebäude des Wohnblocks 10 der Anlage befanden sich zu diesem Zeitpunkt neben den dort untergebrachten Flüchtlingen auch das Sicherheitspersonal. Mehrere Stunden kämpften rund 100 Einsatzkräfte gegen die Flammen, die zeitweise hoch aus dem Dach schlugen.

Erst am frühen Abend war das Feuer vollständig gelöscht. "Die Stelle auf dem Dach ist schwer zu erreichen. Deshalb ist das Feuer so schwer zu bekämpfen", erklärte ein Polizeisprecher. Die dunklen Qualmwolken über dem Brandherd waren am frühen Nachmittag in weitem Umkreis sichtbar. Aufgrund der starken Rauchentwicklung rief die Polizei Anwohner zeitweise dazu auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Seehofers Modell-Einrichtungen

Ankerzentren sind Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, auf die sich die Koalition im Bund auf Drängen vor allem der CSU verständigt hatte. "Anker" steht dabei für Ankunft, Entscheidung, Rückführung, wie es im "Masterplan Migration" von Bundesinnenminister Horst Seehofer heißt. Die Anlage in Bamberg ist eine von sieben solcher Einrichtungen in Bayern. Die übrigen Zentren stehen in Donauwörth, Zirndorf, Regensburg, Deggendorf, Schweinfurt und Manching.

Die Unterkünfte auf dem Gelände in Bamberg bestehen aus den dreistöckigen Gebäuden einer früheren US-Kaserne, die vom US-Militär ursprünglich für die Unterbringung von Soldaten und ihren Familien errichtet wurden. Die lang gestreckten Gebäuderiegel liegen inmitten eines parkähnlichen Geländes am Stadtrand in einer umzäunten Anlage.

In den Ankerzentren sollen Asylbewerber für die gesamte Dauer ihrer Antragsprüfung untergebracht werden. Eine Bündelung verschiedener für sie zuständiger Behörden soll die Verfahren verkürzen. Die zentrale Unterbringung in den Einrichtungen soll vor allem Abschiebungen erleichtern und beschleunigen. Die meisten Bundesländer lehnen die Errichtung von Ankerzentren bislang ab. Neu errichtet wurde dabei keines der neuen Ankerzentren. Die Regierung des Freistaats Bayerns widmete kurzerhand die sieben bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber in Ankerzentren um.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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