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Grenze zu Spanien bald dicht Portugal spricht von "schlimmstem Moment"

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Vor dem größten Krankenhaus Santa Maria in Lissabon stauen sich die Krankenwagen, die Kliniken sind überlastet.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die neue Corona-Variante B.1.1.7 hat Portugal fest im Griff: In keinem anderen Land der Welt sind die Infektions- und Todeszahlen derzeit so dramatisch. Dem Land stehe noch wochenlang eine schwere Zeit bevor, sagt Regierungschef Costa. Ab Freitag bleibt die Grenze zu Spanien geschlossen.

Die portugiesische Regierung hat wegen extrem hoher Corona-Infektionszahlen die Schließung der Grenze zum Nachbarland Spanien ab Freitag angeordnet. Für zunächst zwei Wochen darf die Grenze demnach nur noch in Notfallsituationen überschritten werden, wie Innenminister Eduardo Cabrita laut Medien in Lissabon mitteilte. Schon während der ersten Corona-Welle im Frühjahr vergangenen Jahres war die gemeinsame Grenze monatelang geschlossen. Erst am 1. Juli wurde sie wegen damals stark rückläufiger Corona-Zahlen wieder geöffnet.

Portugal befindet sich nach den Worten von Ministerpräsident Antonio Costa in der schwersten Phase der Coronavirus-Pandemie. "Wir werden diesen schlimmsten Moment noch für ein paar weitere Wochen haben, das ist sicher", sagte Costa dem Sender TVI. Portugal gehört zu den Ländern, in denen sich eine gefürchtete mutierte Form des Virus derzeit am schnellsten verbreitet. Die Bundesregierung erwägt deshalb eine Einreisesperre gegen das Land sowie für Reisende aus Großbritannien, Brasilien und Südafrika.

Die portugiesische Regierung hat bei den EU-Partnern bereits um Hilfe gebeten, darunter auch bei Deutschland. Allerdings braucht das Land vor allem Ärzte und Pflegepersonal. Dazu sei Deutschland derzeit aber nicht in der Lage, sagte Costa.

Portugal registrierte bislang insgesamt 668.951 Positiv-Tests. 11.305 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Am Mittwoch wurde mit 293 neuen Todesfällen ein neuer trauriger Rekord gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Toten pro eine Million Einwohner sind in Portugal derzeit weltweit am höchsten.

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Einige Krankenhäuser melden bereits einen Mangel an freien Betten. Auch Sauerstoffgeräte sind rar. Das medizinische Personal ist stark überlastet. "Es ist kein Ende in Sicht", sagte eine Krankenschwester des Krankenhauses Cascais in der Nähe von Lissabon. Vor dem größten Krankenhaus des Landes, dem Santa Maria in der Hauptstadt, stauten sich am Mittwochabend mehr als 20 Rettungswagen, die auf freie Betten warteten.

Auch mit dem Impfen geht es schleppend voran. Drei Ärzte-Gewerkschaften erklärten, dass Tausende Mediziner noch keinen ausreichenden Schutz erhalten hätten. Die Regierung will noch am heutigen Donnerstag ihre Pläne für die weitere Impfstrategie vorlegen. Costa sagte, die Lage habe sich vor allem deshalb so zugespitzt, weil die Regierung die Auflagen zwischen Weihnachten und Silvester zu sehr gelockert habe. Zudem habe sich die zuerst in Großbritannien aufgetretene Mutante in Portugal sehr schnell verbreitet. Der Ministerpräsident räumte ein, in der Krise nicht immer klar genug kommuniziert zu haben.

Quelle: ntv.de, vmi/rts