Politik

Passagierzahl fällt drastisch Proteste setzen Hongkongs Flugbetrieb zu

Schon im September stellten prodemokratische Demonstranten Blockaden vor dem Flughafen auf.

Im September stellten prodemokratische Demonstranten Blockaden vor Hongkongs Flughafen auf.

(Foto: picture alliance/dpa)

Teils gewaltsame Proteste bestimmen seit Monaten den Alltag in Hongkong. Touristen bleiben fern, die Wirtschaft rutscht in eine Rezession. Das zeigt sich auch im Flugbetrieb: Die Passagierzahl sinkt so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Der internationale Flughafen von Hongkong bekommt die Folgen der seit Monaten anhaltenden Massenproteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone immer stärker zu spüren: Im November gab es den größten Rückgang der Passagierzahl seit mehr als einem Jahrzehnt, wie die Flughafenbehörde mitteilte.

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Die Demonstranten werfen der Regierung eine zu große Nähe zu Peking vor.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie sei um 16,2 Prozent auf gut fünf Millionen gesunken. Das war der größte Abschwung seit Juni 2009. Bereits in den drei vorherigen Monaten waren die Passagierzahlen um mehr als zwölf Prozent eingebrochen. Seit Juni kommt es in Hongkong immer wieder zu teils gewaltsamen Protesten der Demokratiebewegung gegen die Regierung. Dabei hatten Demonstranten im August auch den Flughafenbetrieb für mehrere Tage lahmgelegt.

Die Proteste brockten auch dem Tourismus und dem Einzelhandel Umsatzeinbußen ein. Hongkongs Wirtschaft rutschte im dritten Quartal erstmals seit zehn Jahren in eine Rezession.

Die Proteste hatten als Widerstand gegen einen inzwischen zurückgezogenen Gesetzentwurf für Auslieferungen Beschuldigter an die Volksrepublik China begonnen. Sie richten sich inzwischen aber vor allem gegen die Regierung. Die Demonstranten werfen ihr eine zu große Nähe zur Führung in Peking vor und fürchten einen wachsenden Einfluss Chinas sowie einen Verlust von Freiheitsrechten in der ehemaligen britischen Kronkolonie.

Quelle: ntv.de, can/rts