Politik

Flucht vor spanischer Justiz Puigdemont bleibt vorerst in Brüssel

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Was hat Carles Puigdemont vor?

(Foto: AP)

Vor dem spanischen Haftbefehl setzt sich Carles Puigdemont erst einmal nach Brüssel ab. Dort will er laut Anwalt nun erst einmal abwarten. Der abgesetzte katalanische Präsident verwirrt aus seinem "Exil" außerdem mit einer neuen Website.

Der katalanische Ex-Regionalpräsident Carles Puigdemont will vorerst nicht nach Spanien zurückkehren, um sich dort einem Verhör vor einem Gericht in Madrid zu stellen. "Er hat mir dazu nichts gesagt, aber wie sich die Lage jetzt gestaltet, erwarte ich nicht, dass er in den kommenden Wochen nach Spanien zurückgeht", sagte der Anwalt Paul Bekaert dem belgischen Sender VTM. Das niederländische Fernsehen NOS zitierte den Anwalt mit den Worten: "Es liegt auf der Hand, dass mein Mandant vorerst abwarten wird."

Er fürchte, dass Puigdemont keinen fairen Prozess in Spanien bekomme. So werde Puigdemont auch argumentieren, falls Spanien seine Auslieferung verlangen sollte. Am Dienstag hatte der Staatsgerichtshof in Madrid den früheren Regierungschef und 13 weitere Mitglieder der entlassenen Regionalregierung für diesen Donnerstag und Freitag vorgeladen, damit sie sich zum Vorwurf der Rebellion äußern. Sollte Puigdemont nicht vor Gericht erscheinen, droht ihm ein Haftbefehl. Dieser würde auch eine Kandidatur des Politikers bei der anstehenden Neuwahl in Katalonien am 21. Dezember verhindern.

Der ehemalige katalanische Regionalchef änderte derweil seine Webseite. Dort nennt er sich jetzt Präsident im Exil. Auf Twitter präsentierte er die URL "president.exili.eu". Umgeleitet wird man dann auf eine Seite, auf der er sich noch als der Präsident Kataloniens darstellt.

Die spanische Zentralregierung hatte Puigdemonts Regionalregierung entmachtet, nachdem das Parlament in Barcelona am Freitag einen einseitigen Unabhängigkeitsbeschluss gefasst hatte. Im Zuge dessen hatte Madrid auch die Webseiten der Regionalregierung gesperrt. Puigdemont und weitere Mitglieder der regionalen Führung reisten daraufhin nach Belgien aus.

Quelle: ntv.de, nsc/dpa/rts

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