Politik

RTL/ntv-Trendbarometer Die meisten wollen Habeck als Kanzler

In diesem Sommer ändern nicht besonders viele Wahlberechtigte ihre Meinung. Im Trendbarometer von RTL und ntv gibt es nur geringe Änderungen. Allerdings zeigt sich, wen eine relative Mehrheit gern als Kanzler hätte.

Laut dem neuen Trendbarometer von RTL und ntv hätte eine Mehrheit der Deutschen gern Robert Habeck als Bundeskanzler. Der von Forsa durchgeführten Umfrage zufolge würden 31 Prozent für den beliebten Grünen-Politiker und Wirtschaftsminister stimmen, wenn sie den Regierungschef direkt wählen könnten. Damit sticht er Amtsinhaber Olaf Scholz und CDU-Chef Friedrich Merz aus. Scholz käme im Vergleich mit den beiden Kontrahenten auf 26 Prozent, der Oppositionsführer auf 17. Habeck hätte also nur eine relative Mehrheit. Im direkten Vergleich mit Merz schneidet Scholz dagegen deutlich besser ab. 40 Prozent würden den SPD-Politiker wählen, 18 Prozent blieben bei Merz. Das sind allerdings drei Prozentpunkte weniger für Scholz als in der Vorwoche.

Ansonsten sind die Umfragewerte für die Parteien in diesem Sommer so regungslos wie ein in der Sonne ruhender Strandurlauber. Nur bei der FDP schmilzt die Zustimmung langsam weiter. Die Liberalen stehen in der Umfrage nur noch bei 6 Prozent - und damit einen Prozentpunkt niedriger als in der Vorwoche. Vor zwei Wochen kam die Partei noch auf acht Prozent. Die SPD spürt dagegen eine leichte Brise und erreicht nun wieder 20 Prozent, nach 19 in der Vorwoche. Diese Änderungen sollten allerdings nicht überinterpretiert werden, da die statistische Fehlertoleranz bei 2,5 Prozentpunkten liegt.

Die Union ist mit weiterhin 26 Prozent stärkste Kraft, direkt dahinter liegen die Grünen mit 24 Prozent Zustimmung, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre. Die Linke dümpelt bei 5 Prozent, die AfD bei 9. Die Ampelkoalition kommt damit ungefähr auf den gleichen Anteil der Wählergunst wie im vergangenen Herbst. Allerdings haben die Grünen schon seit Monaten die stärksten Umfrageergebnisse. Bei der Bundestagswahl hatten sie nur 14,8 Prozent geholt, die SPD dagegen 25,7.

Mehrheit für Lieferung schwerer Waffen

Die Menschen im Lande interessieren derzeit vor allem die Energiepreise (69 Prozent) und der Krieg in der Ukraine (63 Prozent). Danach kommt lange nichts und dann erst die Corona-Krise (23 Prozent). Immerhin 4 Prozent halten die Hochzeit von Finanzminister Christian Lindner mit der Journalistin Franca Lehfeldt für das Top-Thema der zurückliegenden Woche.

In der Frage der Lieferung schwerer Waffen gibt es weiter eine Mehrheit dafür. Laut der Umfrage lässt die Zustimmung aber etwas nach. In der Vorwoche fanden diese demnach noch 56 Prozent richtig, nun sind es nur noch 52 Prozent. Dabei ist die Zustimmung bei Grünen (73 Prozent) und FDP (71) am größten, gefolgt von SPD (61) und Union (59). Dagegen lehnen 78 Prozent der AfD-Anhänger sie ab. Das entspricht der Stimmung in Ostdeutschland, wo knapp zwei Drittel gegen die Lieferung schwerer Waffen sind. Im Westen befürworten sie 56 Prozent.

Entsprechend der Sorge um die Energieversorgung blicken die Wahlberechtigten auch auf die Wirtschaft. 78 Prozent glauben, die Lage werde sich verschlechtern. Das ist nur etwas weniger als in der vergangenen Woche, als 80 Prozent sich pessimistisch zeigten. Das war bis dato der höchste Wert seit Kriegsbeginn Ende Februar. Insgesamt hat sich in dieser Frage aber auch nur wenig bewegt - zumal die Änderungen ebenfalls innerhalb der statistischen Fehlertoleranz liegen.

Für die Daten zu Parteipräferenz, Kanzlerfrage und wirtschaftlichem Ausblick wurden von Forsa zwischen dem 12. und 18. Juli 2509 Menschen befragt. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten. Zum Thema Waffenlieferungen antworteten 1009 Wahlberechtigte in einer zweiten Umfrage zwischen dem 15. und dem 18. Juli. Dabei lag die Fehlertoleranz bei 3 Prozentpunkten.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Forsa-Umfragen im Auftrag von RTL Deutschland.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 19. Juli 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, vpe

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