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Ein Teilerfolg für die Umweltschützer? RWE hat laut Medienbericht zumindest angekündigt, die Braunkohleförderung zurückzufahren.
Ein Teilerfolg für die Umweltschützer? RWE hat laut Medienbericht zumindest angekündigt, die Braunkohleförderung zurückzufahren.(Foto: dpa)
Dienstag, 09. Oktober 2018

Gerichtsurteil hat Folgen: RWE will Kohleförderung deutlich drosseln

Vor wenigen Tagen entscheidet das Oberverwaltungsgericht Münster für den vorläufigen Erhalt des Hambacher Forstes. Dies wirkt sich nun offenbar auf den Braunkohletagebau des Energiekonzerns aus: Angeblich will RWE die Förderung demnächst erheblich senken.

Der Energiekonzern RWE erwägt die Braunkohleförderung im Tagebau Hambach zu drosseln. Darüber berichtet das Nachrichtenmagazin "Spiegel". Laut Bericht rechne der Konzern mit einem Rückgang der Förderung um 25 bis 38 Prozent. "In einer ersten Bewertung haben wir Minderförderleistungen von etwa zehn bis 15 Millionen Tonnen Braunkohle jährlich unterstellt", sagte ein RWE-Sprecher dem "Spiegel". Bislang werden im Tagebau Hambach jährlich rund 40 Millionen Tonnen Kohle gefördert.

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Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte am Freitag in einem Eilverfahren den vorläufigen Erhalt des Hambacher Forstes verfügt. Die Abbruchkante des Tagebaus liegt derzeit noch einige Hundert Meter vom Waldrand entfernt. Der Gerichtsbeschluss verbietet es dem Konzern nicht ausdrücklich, bis kurz vor den Wald zu baggern. RWE darf aber vorerst nicht mit den Arbeiten beginnen, zumindest bis über eine Klage des Umweltverbands BUND entschieden ist. Damit hob das Gericht in Münster ein Urteil des Verwaltungsgerichts Köln auf.

Nach einem Rückgang der Förderung könnte die Stromerzeugung laut RWE-Angaben in den vom Tagebau Hambach belieferten Kraftwerken Neurath und Niederaußem vorerst um neun bis 13 Terawattstunden zurückgehen. In Neurath werden laut "Spiegel" derzeit etwa 18 Millionen Tonnen pro Jahr aus dem Standort Hambach zur Stromerzeugung eingesetzt, im Kraftwerk Niederaußem jährlich etwa zehn Millionen Tonnen.

Durch den gedrosselten Betrieb erwarte RWE offenbar, in Hambach noch rund ein Jahr weiter Braunkohle fördern zu können, heißt es in dem Artikel. Der Konzern schätze, dass "Ende 2019" die Kohlebagger allmählich zum Stillstand kommen könnten.

Verkauf an Öko-Suchmaschine?

RWE wollte einen Teil des Waldes roden, um den nahegelegenen Tagebau Hambach zu vergrößern. Das Gericht erklärte jedoch: Der Konzern habe nicht ausreichend belegt, dass die Rodung nötig sei, um die Energieversorgung in Deutschland aufrecht zu erhalten. RWE darf jedoch weiter Braunkohle im Tagebau fördern, solange der Forst davon nicht betroffen ist.

Der Energiekonzern könnte den Forst allerdings auch veräußern. Zumindest wollen die Betreiber der Suchmaschine Ecosia RWE den Wald abkaufen. Das im Umweltschutz engagierte Unternehmen kündigte an, dem Konzern am Dienstagmorgen ein Angebot per Fax zu schicken. Das Angebot liegt demnach bei einer Million Euro für die 200 Hektar große Waldfläche.

Das Angebot sei bis zum 31. Oktober gültig, heißt es in dem Schreiben an RWE-Chef Rolf Martin Schmitz. In dem Schreiben erklärt Ecosia-Geschäftsführer Christian Kroll außerdem: "Wir denken, dass so ein fairer Interessenausgleich zwischen RWE und der Bevölkerung gefunden werden kann, und verpflichten uns mit dem Kauf der Fläche, die ökologischen und gesellschaftlichen Interessen gemeinsam mit Organisationen zu verfolgen, die sich für den Schutz des Forsts eingesetzt haben und sich dem Naturschutz widmen."

Die Suchmaschine hat nach eigenen Angaben acht Millionen Nutzer. Die Einnahmen von Anzeigenkunden verwendet das Unternehmen nach eigenen Angaben dafür, Bäume zu pflanzen und Rücklagen zu bilden. Aus diesen Rücklagen will das Unternehmen den Hambacher Forst kaufen. Ecosia geht davon aus, dass die in RWE aufgegangene Rheinbraun in den 70er Jahren umgerechnet rund 500.000 Euro für den Wald gezahlt hat.

Quelle: n-tv.de