Politik

Verschmutzung groß wie AmmerseeRätselhafter Ölteppich umgibt iranische Insel Kharg 

08.05.2026, 20:54 Uhr
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Die Insel Kharg steht im Zentrum des iranischen Ölexportsystems. (Foto: via REUTERS)

US-Streitkräfte greifen seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende militärische Ziele auf der Insel Kharg an. Der Standort ist eine wichtige Logistikdrehscheibe für den Rohstoff Öl. Nun gibt ein Ölteppich rund um die Insel Rätsel auf.

Satellitenbilder deuten auf einen möglichen Ölteppich von etwa 45 Quadratkilometern vor der iranischen Ölinsel Kharg im Persischen Golf hin. Die grau-weiße Schliere sei auf Aufnahmen der europäischen Copernicus-Satelliten vom 6. bis 8. Mai westlich der acht Kilometer langen Insel zu sehen gewesen, erklärten Umweltforscher. Die Verschmutzung, etwa so groß wie der Ammersee, stimme vom Aussehen mit einem Ölteppich überein.

Die Ursache und die genaue Herkunft seien unbekannt. Das US-Militär und die iranische UN-Vertretung in Genf äußerten sich zunächst nicht zu den Aufnahmen.

Die Insel Kharg steht im Zentrum des iranischen Ölexportsystems und dient als Logistikdrehscheibe, wo Rohöl aus den Ölfeldern im Landesinneren gelagert und auf Tanker verladen wird. Etwa 90 Prozent der iranischen Exporte laufen nach Angaben des Datenanbieters über diesen Standort.

Die US-Streitkräfte haben seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar nach eigenen Angaben militärische Ziele auf der Insel angegriffen. Ob es sich bei dem Ölteppich um die Folgen von Schäden an der Anlage handelt, ist unklar. Der Iran könnte das Öl auch absichtlich ins Meer abgelassen haben. Durch die US-Blockade kann das Land große Teile seines Öls nicht mehr exportieren, die Produktion auf den Feldern geht aber weiter.

"Allerdings, verfügt das Land über alternative Exportwege, darunter das Jask-Terminal, Schiff-zu-Schiff-Umladungen und ein Netzwerk von Tankern, die mit eingeschränkter Sichtbarkeit operieren", sagte Michelle Brouhard, Leiterin für Politik und geopolitische Risiken bei Kpler, einem Anbieter von Marktanalysen. "Dies unterstreicht, dass, obwohl Kharg entscheidend ist, der wahre strategische Hebel des Iran in seiner Fähigkeit liegt, die Exporte am Laufen zu halten und mit einer umfassenderen Störung durch die Straße von Hormus zu drohen."

Quelle: ntv.de, mba/rts

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